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SENDETERMIN Do, 30.11.2017 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Biologie Fortpflanzung heute

Kinder werden immer häufiger im Labor gemacht. Die Folgen: Elternschaft lässt sich von Partnerschaft trennen, und Fortpflanzung geht auch ohne Sex.

Den Spermien auf die Sprünge helfen

Die „Insemination“ ist ein sehr einfacher Vorgang. Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Spermien können diese mit einem Katheter direkt in die Gebärmutter der Frau in die Nähe der Eizelle gebracht werden. Ist der Mann vollständig unfruchtbar besteht auch die Möglichkeit, eine Samenspende aus einer Samenbank in Anspruch zu nehmen. Mit einer solchen Spende aus der Samenbank können auch lesbische Paare ein Kind bekommen. In Deutschland muss das lesbische Paar allerdings nachweisen, dass es in einer festen Beziehung lebt. In anderen Ländern dürfen auch alleinstehende Frauen mit Spermien aus der Samenbank schwanger werden.

Embryonenselektion per PID

Bei stark eingeschränkter Beweglichkeit der Spermien, können bei der In Vitro Fertilisation – der Befruchtung im Reagenzglas – auch einzelne Spermien unter dem Mikroskop ausgesucht und direkt in die Eizelle injiziert werden. In der Regel werden mehrere Eizellen befruchtet und im Brutschrank in Kultur wenige Tage herangezogen. Daraufhin werden die Embryonen einer mehr oder weniger intensiven Qualitätskontrolle unterzogen. Etwa um genetische Erkrankungen auszuschließen. Das ist die viel diskutierte Präimplantationsdiagnostik, kurz PID genannt.

Meist werden zwei Embryonen ausgewählt und per Katheter direkt in die Gebärmutter übertragen. Überzählige Embryonen können für weitere Versuche eine Schwangerschaft zu erzielen eingefroren werden oder sogar anderen Paaren gespendet werden. Finanzielle Interessen dürfen dabei keine Rolle spielen.

Leihmutterschaft: in Deutschland verboten

Nicht erlaubt ist in Deutschland die Leihmutterschaft, also dass eine Frau ein Kind für ein anderes Paar austrägt. Ebenfalls nicht erlaubt ist in Deutschland die Eizellspende. Erlaubt ist dagegen das sogenannte „Social Freezing“. Eine Frau darf eigene Eizellen für spätere Schwangerschaften einfrieren lassen. Diese Möglichkeit wählen vor allem junge Frauen, die eine Chemotherapie gegen Krebs erhalten. Weil die Chemotherapie die Eizellen schädigen kann.

Männer als genetische Mütter

Am Horizont zeichnet sich derzeit eine Entwicklung ab, die – wie schon bei der ersten Befruchtung im Reagenzglas – Kritiker auf den Plan ruft. Beliebige Körperzellen lassen sich heute im Labor in embryonale Stammzellen verwandeln, aus denen – zumindest schon im Tierversuch – funktionsfähige Eizellen entwickelt wurden. So könnten selbst Männer zu genetischen Müttern werden. Doch nach wie vor ist die natürliche Art Kinder zu zeugen – im direkten Körperkontakt – in Deutschland die mit Abstand beliebteste Methode. Sie führt zu über 700.000 Schwangerschaften im Jahr.

aus der Sendung vom

Do, 30.11.2017 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendezeit

Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.