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SENDETERMIN Do, 28.8.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag SWR odysso Ab wann ist man Alkoholiker?

Alkohol ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch Alkohol ist Gift für den Körper. Wie viel darf man gefahrlos trinken? SWR odysso fragt den Alkoholforscher Helmut Seitz.

Axel Wagner von frag SWR odysso besucht Prof. Helmut Seitz im Alkoholforschungszentrum der Universität Heidelberg. "Alkohol ist natürlich an sich schon ein Gift", erklärt der Mediziner, "und es gibt Menschen, die bereits auf kleine Dosen empfindlich reagieren. Das ist von Mensch zu Mensch verschieden." Vielen seiner Patienten waren jedoch die durch Alkohol verursachten Gefahren für die Gesundheit lange Zeit nicht klar. Seitz besucht zusammen mit dem Reporter einen solchen Fall in seiner Klinik. Der Patient trinkt seit sieben Jahren keinen Alkohol mehr - davor hatte er aber etwa eine Flasche Wein pro Tag getrunken. Nicht über den Tag verteilt, sondern abends zum Essen und zum Ausklang des Tages.

Ein Ausklang, der nach zehn Jahren zu Entzündungen im Bauchraum und auch zu einer behandlungsbedürftigen Leberzirrhose geführt hat. "Was man hier erkennen kann, ist eine sehr kondensierte Narbenleber", erläutert der Professor, "eine kleine Leber mit wenig Funktion. Und diese kleine Leber schwimmt in einem großen Teich aus Bauchwasser." Prof. Seitz zeigt auch Bilder einer gesunden Leber. Zu sehen ist ein glattes Organ, das all seine Funktionen, wie die Entgiftung des Körpers, übernehmen kann.

Wie viel darf es sein?

Gibt es denn Richtwerte, wie viel man maximal trinken darf, damit es einem nicht so ergeht wie dem Patienten von Seitz? "Ja, es gibt Richtlinien der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und anderer Gesellschaften", sagt der Alkoholforscher. Ein gesunder Mann ohne irgendwelche Erkrankungen darf demnach 25 Gramm Alkohol am Tag zu sich nehmen - das entspricht etwa einem Viertel Liter Wein. Für Frauen wird maximal die Hälfte empfohlen. "Wenn jemand eine Krankheit hat, wie zum Beispiel eine Lebererkrankung, die die Wirkung des Alkohols verstärkt, dann muss das noch weniger sein - oder vielleicht gar nichts," erläutert Seitz.

Krebs und Herzleiden

Viele Menschen trinken jedoch täglich deutlich mehr als empfohlen, ohne dabei ein Abhängigkeitsgefühl zu entwickeln. Sie tragen aber enorme Schäden davon wie Krebs oder Herzleiden. Die Funktion des Herzens wird durch langjährigen Alkoholkonsum in höheren Dosen deutlich eingeschränkt - aber es gibt auch das sogenannte Holiday Heart, ein Phänomen, das vor allem bei jüngeren Leuten nach einem durchfeierten Wochenende in Form von Herzrhythmus-Störungen auftreten kann.

Alkohol im Alter

Doch auch bei älteren Menschen können bereits geringe Mengen schlimme Folgen haben - da der Alkohol möglicherweise mit eingenommenen Medikamenten interagiert. Außerdem: Der Alkoholkonsum von älteren Menschen nimmt seit Jahren zu, oft aus Vereinsamung.

Ob scheinbarer Sorgentöter oder Spaßverstärker, die Schattenseiten des Alkohols verdrängen Menschen allzu oft.

aus der Sendung vom

Do, 28.8.2014 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.