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SENDETERMIN Do, 30.11.2006 | 22:01 Uhr | SWR Fernsehen

Die ordnende Kraft Warum sind Planeten rund?

Geburt und Tod sind im Universum ganz eng verknüpft. Es ist ein ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen, aus dem übrigens auch wir Menschen unsere Bausubstanz schöpfen. Jedes einzelne Atom unseres Körpers war schon einmal Teil eines Sterns. Wenn man so will, sind wir also Sternenstaub. Aber wie entstehen neue Sterne und Planeten in diesen Kreissälen des Kosmos tatsächlich - und warum sind sie rund?

Interstellare dunkle Nebelwolke vor hellerem Hintergrund

Es beginnt alles mit einer großen Wolke

Vor 4,7 Milliarden Jahren, irgendwo in unserem Universum: Am Rande einer Balkengalaxie, zwischen den Sternen: eine große Wolke. Sie besteht aus Wasserstoff, Helium und Spuren von feinem Staub. Die Wolke ist in Bewegung - aber die Schwerkraft hält sie zusammen. Dann explodiert an ihrem Rand ein großer heißer Stern.

Die Druckwelle verdichtet das Gas an einigen Stellen. Dort gewinnt die Schwerkraft die Überhand und zieht Materie aus der Umgebung an. Ein Teil der Wolke wird instabil und stürzt zusammen. Dabei erhöht sich auch die Drehgeschwindigkeit der Gaswolke: Durch die Fliehkraft flacht sie zu einer Scheibe ab. In der Mitte der Wolke ist die Schwerkraft jedoch so groß, dass sich die Materie nahezu kugelförmig verdichtet. Druck und Temperatur steigen - bis schließlich ein nukleares Feuer zündet. Die Sonne ist geboren. Auch in der Scheibe verdichtet sich jetzt die Materie.

Am Anfang stehen winzige Staubteilchen

Winzige Staubteilchen stoßen zufällig zusammen und bleiben aneinander haften. So entstehen nach und nach immer größere Klumpen. Ab einer gewissen Größe sind sie nicht mehr auf zufällige Stöße angewiesen. Die Gesteinsbrocken ziehen sich durch ihre Schwerkraft gegenseitig an. Je größer sie werden, desto mehr Materie saugen sie auf. Ziemlich schnell bilden sich so Brocken von der Größe unseres Mondes. Und weil die Anziehungskraft in alle Richtungen gleich stark wirkt und mit der Zeit immer größer wird, zwingt sie die Brocken in eine kugelförmige Gestalt.

Nur so bleiben sie stabil und ziehen ihre Bahnen um die junge Sonne. Doch immer wieder lenken sie sich mit ihrer Schwerkraft ab und geraten auf Kollisionskurs. In gewaltigen Zusammenstößen fressen die großen Körper die kleinen. Am Ende bleiben nur eine Hand voll übrig: unsere Planeten mit ihren Monden. 100 Millionen Jahre nach dem Kollaps der unregelmäßigen Gas- und Staubwolke hat die ordnende Kraft der Gravitation das Sonnensystem geformt. Geblieben ist die regelmäßige Bewegung der Planeten um die Sonne. Auch sie diktiert durch die Schwerkraft. Und diese Geschichte geschieht wieder und wieder. Auch in diesem Moment. Irgendwo in einer Ecke des Universums.

aus der Sendung vom

Do, 30.11.2006 | 22:01 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendezeit

Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.