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SENDETERMIN Do, 24.11.2011 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag odysso spezial Neurofeedback: Gedankentherapie für ADHS-Patienten

Kinder, die an ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) leiden, werden häufig medikamentös behandelt. Prof Ute Strehl und ihr Team gehen an der Uni Tübingen neue Wege: Mit dem Neurofeedback sollen Kinder lernen, sich besser zu konzentrieren und weniger impulsiv zu handeln. "frag odysso-Zuschauer" Marc Heer hat sich das Training angeschaut und selbst ausprobiert, wie gut er seine Konzentration im Griff hat.

Kombination aus Medizin und Psychologie

Marc Heer sitzt mit Elektroden-Kappe vor einem Bildschirm

Gedankensteuerung: Marc Heer darf die ADHS-Therapie selbst ausprobieren.

Am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie in Tübingen wird das Neurofeedback angeboten. In der Praxis sieht das so aus: An Feedback-Geräten lernen Patienten mit ADHS sich zu konzentrieren. Nur mithilfe von Gedanken soll zum Beispiel ein Schiff mal auf- und mal abwärts bewegt werden. Das Symbol einer Sonne zeigt dem Trainierenden an, dass alles richtig gemacht wurde.

Wie funktioniert die Steuerung per Gedanken?

Über ein Elektro-Enzephalogramm (EEG) werden die Gehirnströme gemessen. Das zeigt den Tübinger Forschern die Gehirnleistung ihres Patienten: den Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe. Und der Patient selbst sieht auf dem Bildschirm, wie sein Gehirn arbeitet: Starke Konzentration bewirkt, dass das Symbol sich bewegt. Loslassen und an etwas Belangloses denken, lassen es sinken.

Vorteil gegenüber Medikamenten: Dauerhafte Veränderung

ADHS-Patienten leiden an einer Untererregung des Gehirns. Im Neurofeedback-Training lernen sie, das Gehirn zu aktivieren. Prof. Ute Strehl und ihr Team sind damit erfolgreich, bei einigen Patienten konnten die Einnahme von Medikamenten bereits reduziert werden. Das Gehirn lernt dazu und verändert sich dauerhaft. Ein Weg, um Patienten zu ermöglichen, vielleicht ganz auf Ritalin verzichten zu können.