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SENDETERMIN So, 12.3.2017 | 13:00 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 8 Arznei aus dem Garten

Ringelblumen wirken entzündungshemmend und tragen zur besseren Heilung von Schnittwunden bei. Auch unter dem Namen Calendula sind sie uns bekannt. Die Früchte von Koriander lindern durch das so genannte Linalool Blähungen. Ein Brennnesselsud verringert die Talgproduktion und bekämpft dadurch Schuppen. Die in Melisse enthaltenen Phenolsäuren helfen gegen Lippenherpes. All diese Symptome konnten unsere prominenten Gäste direkt im Studio heilen – durch richtige Zuordnung der Heilpflanzen. In der Natur ist gegen allerlei Beschwerden ein Kraut gewachsen und Naturwirkstoffe sind bewährte Alternativen zur Chemie. Bei der Dosierung der Naturwirkstoffe ist Vorsicht geboten.

Das Wissen über die heilende Wirkung von Pflanzen ist alt. Schon in der Jungsteinzeit wurden viele Pflanzen als Arznei eingesetzt. Die ältesten Aufzeichnungen über Heilpflanzen stammen aus Indien, China und dem alten Ägypten. Das bekannteste Dokument solchen Wissens ist das 19 Meter lange Papyrus Ebers, das schon über 3.500 Jahre alt ist. Erst im Mittelalter wurde in Europa die Wirkung von Heilpflanzen systematisch erfasst. Mit der Entwicklung chemischer Substanzen ging deren Nutzung dann stark zurück.

Erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich die Medikamentenforschung wieder mit Pflanzenwirkstoffen. Heute enthalten viele Arzneimittel natürliche Wirkstoffe und auch im Alltag nehmen wir Heilpflanzen zu uns: Der Apfel mit dem Inhaltsstoff Pektin ist gut für die Darmflora, Thymian löst Husten und Meerrettich wirkt antibakteriell. Sogar bei psychischen Problemen können Pflanzen helfen. An der Universität Würzburg wird jedes Jahr die Arzneimittelpflanze des Jahres gekürt und 2015 wird diese Ehre dem Echten Johanniskraut zuteil. Es ist ein klassisches Mittel bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Der in ihm enthaltene Wirkstoff Hypericin sorgt dafür, dass spezielle Botenstoffe im Nervensystem, so genannte Neurotransmitter, länger und in größerer Zahl im Körper verfügbar sind. Das wirkt stimmungsaufhellend und ist auch die Wirkungsweise vieler nicht-pflanzlicher Antidepressiva. Doch wie viele weitere Heilpflanzen kann Johanniskraut bei falscher Anwendung Schaden anrichten. Sprichwörtlich macht die Dosis das Gift – deshalb sollte man die Dosierung immer mit einem Arzt besprechen.

aus der Sendung vom

So, 12.3.2017 | 13:00 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)