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SENDETERMIN Sa, 13.1.2018 | 21:50 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 7 So klingt die Natur - Klangökologie

Bei der „großen Show der Naturwunder“ wurde ganz genau in die Natur gehört. Denn Klangforscher erkunden derzeit Lebensräume rund um den Globus neu. Dabei zeichnen sie eine flirrende Vielfalt auf, die zu verschwinden droht. Diese Methode nennt sich Klangökologie.

Was versteht man unter Klangökologie?

Klangökologie-Experte und Wissenschaftsjournalist Dr. Andreas von Bubnoff war zu Gast im Studio um das Thema genauer zu erklären – mit im Gepäck ein paar interessante Klänge. Klangökologie befasst sich mit der Gesamtheit von Klängen in einem bestimmten Lebensraum, nicht mit einzelnen Vogelstimmen oder Balzrufen. Die Gesamtheit aller Töne nennt sich „Soundscape“ oder auch „Klanglandschaft“. Für den ungeübten Hörer klingt es zunächst, als würden alle Tiere gleichzeitig Laute von sich geben. Daraus stelle sich die Frage: Wie können Tiere gleicher Arten miteinander kommunizieren? Aus den Klanglandschaften lässt sich zum Beispiel ablesen, dass manche Tier-Rufe sich niemals überlappen, dass wieder andere sich harmonisch ergänzen.

Klangnischen

So unterscheidet man zum Beispiel zwischen so genannten Frequenznischen und Zeitnischen.

Bei Frequenznischen kommunizieren Tiere viele Arten tatsächlich gleichzeitig. Aber sie tun das in unterschiedlichen Frequenzen. Während Fledermäuse und Insekten eher Töne in höheren Frequenzen von sich geben, trötet der Elefant im niedrigfrequenten Bereich. So kommen sich die Tiere bei der Kommunikation nicht in die Quere.

Es gibt aber auch Zeitnischen. Der Baumfrosch und die Zikade im Dzanga-Sangha Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik kommunizieren in einer ähnlichen Frequenz. Deswegen hören die Baumfrösche immer dann auf zu singen, wenn eine Zikade zu hören ist.

Forschungszweck

Durch unsere Klangaufnahmen und die Forschungen in der Klangökologie wird dokumentiert, wie sich Klanglandschaften im Laufe der Zeit und durch verschiedene Einflüsse verändern.
Denn umso komplexer eine Klanglandschaft ist, desto gesünder ist auch das dortige Ökosystem. Es geht um das Bewahren dieser Vielfalt und Ökosysteme: Bernie Krause, einer der Pioniere der Klangökologie sagte beispielsweise, dass fast die Hälfte seiner seit 1968 aufgenommen Klänge verschwunden ist, da die Lebensräume so nicht mehr existierten. Auf der anderen Seite konnte mit Hilfe der Klangökologie festgestellt werden, das der Bestand der Pottwale weltweit größer ist als angenommen.

aus der Sendung vom

Sa, 13.1.2018 | 21:50 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)