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SENDETERMIN So, 22.1.2017 | 13:00 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 7 Mit 6-Grad Neigung im Bett – Meret Becker macht den Astronauten-Test

Deutsches Luft-und Raumfahrtzentrum studiert Schwerelosigkeit

Eine Reise zum Mars! Das ist einer der nächsten großen Träume der Menschheit. Der Haken dabei. Der Mars ist weit weg. Je nach Stand der Planeten liegen zwischen Erde und Mars bis zu 400 Millionen Kilometer. Laut Nasa dauert allein der Hinflug gut acht Monate. Dort angekommen, müssen die Astronauten dann sehr lange warten, bis die Planetenkonstellation wieder günstig ist für einen möglichst kurzen Heimflug. Die Experten der NASA rechnen deshalb mit einer mehrjährigen Verweildauer in der Schwerelosigkeit.

Der Aufenthalt im All verändert den Körper

Der Flug zum Mars ist deshalb nicht nur eine technische, sondern vor allem auch eine medizinische Herausforderung. Denn Astronauten verlieren auf Langzeitmissionen pro Monat bis zu anderthalb Prozent ihrer Knochensubstanz, vor allem an Beinen, Hüfte und Rücken. Auch das Muskelvolumen schwindet – laut der NASA - um durchschnittlich rund ein Achtel während eines mehrmonatigen Aufenthalts im All.

60 Tage schräg im Bett

Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln führt deshalb eine Bettruhe-Studie durch. 24 Probanden haben sich dafür 60 Tage lang in ein Bett gelegt, dessen Kopfende um 6 Grad noch unten geneigt ist. Die Schräge verändert - ähnlich wie im All- den Blutfluss im Körper und die Bewegungslosigkeit führt zu einem vergleichbaren Muskel- und Knochenabbau wie auf einer längeren Raumfahrtmission. Ziel der Studie ist es zu verstehen, wie stark die Schwerlosigkeit den Körper belastet, und was man dagegen tun kann. Für „Die große Show der Naturwunder“ hat sich auch Meret Becker dem Test für einige Stunden unterzogen. Und schon in dieser relativ kurzer Zeit, haben sich erste Auswirkungen auf Ihren Körper bemerkbar gemacht.



Liegend Fit dank Schlitten

Eine der Lösungen ist der sogenannte Sprungschlitten. Das neue Sportgerät ermöglicht es liegend - und somit auch in der Schwerelosigkeit - reaktive Sprünge zu machen – also nach dem ersten Absprung und der anschließenden Berührung auf dem Boden sofort wieder hoch zu springen. Dieser Bewegungsablauf belastet extrem die Muskeln und Kochen - bis zu 10.000 Newton. Das entspricht dem Gewicht eines Kleinwagens und macht diese Trainingsmethode so effektiv. Die körperliche Belastung dieser Anwendung durfte auch Meret Becker spüren. 20 Sprünge mit diesem Gerät haben sie sichtlich an ihre Grenzen gebracht.

Raumfahrmedizin hilft auch auf der Erde

Die Raumfahrtmediziner rechnen damit, dass sie so den Muskel- und Knochenabbau stoppen können, wenn die Astronauten im All mehrmals täglich 75 Prozent ihres Körpergewichtes auf dem Sprungschlitten stemmen. Die Auswertung der Daten hat bereits begonnen. Von dem Endergebnis profitieren nicht nur die Raumfahrer, sondern auch ganz normale Patienten. Denn genauso wie im All schwinden die Muskeln bei einer langen Bettlägerigkeit. Desto besser man diesen Prozess versteht, umso gezielter kann man entgegensteuern.

aus der Sendung vom

So, 22.1.2017 | 13:00 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)