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SENDETERMIN Sa, 17.3.2018 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 7 Hubertus Meyer-Burckhardt - Vogelfrei

Hat ein Mensch in Deutschland einen Unfall, kommt der Krankenwagen und im Krankenhaus stehen Spezialisten bereit, um dem Unfallopfer zu helfen. Verunfallt ein Haustier, so kümmert sich der Besitzer und eilt mit seinem Tier zum Tierarzt. Hat das Tier keinen Besitzer oder ist dieser nicht bekannt, so nimmt sich wenigstens ein Tierheim des Tieres an. Doch was passiert, wenn ein Wildvogel oder ein Wildtier verunfallt, wenn es sich verletzt oder vergiftet oder wenn es zum Waisen wird? Diese Tiere haben weder ein Portmonee dabei, um eine notwendige Behandlung oder ihr Futter zu bezahlen, noch gibt es sonstige Zuständigkeiten. 

Vor über 25 Jahren wurde die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald gegründet. Die vorwiegend freiwilligen Helfer kümmern sich um kranke und verletzte Wildvögel vom Bussard bis zum Zaunkönig. Mittlerweile gehört die Station zu den größten in Deutschland. 

Hubertus Meyer-Burckhardt hat dort Stationsleiterin Andrea Friebe, Stellvertreter Phillip Lang und Tierärztin Dr. Anja Baronetzky-Mercier für „Die große Show der Naturwunder“ einen Tag lang besucht und das Pflegeteam bei der täglichen Arbeit unterstützt. 

Die gefiederten Patienten sind aus ganz unterschiedlichen Gründen in der Station und der Mensch trägt leider einiges dazu bei: Ein Kauz hatte eine Begegnung mit einem Stacheldrahtzaun und hat sich einen Flügel schwer verletzt. Ein Uhu ist gegen ein fahrendes Auto geflogen und ist jetzt blind. Dazu kommen Zusammenstöße mit Fensterscheiben, Hochspannungsleitungen und Windrädern. Teilweise müssen die Pechvögel Monate lang in der Station aufgepäppelt werden. 

2016 behandelte das Team rund 2500 Wildvögel. 1800 konnten gesund in die Freiheit entlassen werden. 

Hubertus Meyer-Burckhardt hat nach der täglichen Routinearbeit wie Verbandswechsel, Fütterung oder Saubermachen die Ehre, einen gesunden Vogel auszuwildern. Vorher lernt er noch, dass ein Greifvogel oder eine Eule mit sehr viel Respekt behandelt werden sollte und in die Hände von Profis gehört. Greifvögel und Eulen können mit ihren Fängen willkürlich zur Verteidigung zugreifen oder zuschlagen. Merken sie, dass sie etwas Zappelndes zwischen den Krallen haben, kann ein Greifkrampf ausgelöst werden. Je mehr gezappelt wird, desto mehr könnte der Vogel krampfen – dabei unterscheidet er nicht zwischen Beute oder Finger. Der Greifkrampf kann ziemlich lange anhalten, wenn der Vogel nicht abgelenkt wird oder flüchten kann. Ausgelöst wird er immer durch eine Berührung von unten. 

Obacht also, wenn beim Waldspaziergang ein verletzter Greifvogel oder eine Eule entdeckt wird. Notrufnummern von Auffang- und Pflegestationen findet man zum Beispiel hier: http://www.wildvogelhilfe.org/aufzucht/plz0.html

aus der Sendung vom

Sa, 17.3.2018 | 20:15 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)