Bitte warten...

SENDETERMIN So, 22.1.2017 | 13:00 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 4 Kleine Lebewesen als Hoffnung für großes Umweltproblem

Die Einkaufstüte, die leere Getränkedose oder Plastikflasche – viele Kunststoffe werden achtlos weggeworfen und landen viel zu oft auch im Meer. Allein rund 8 Milliarden Kilogramm Plastik gelangen durchschnittlich jedes Jahr in die Ozeane. Das wären in jeder Sekunde des Jahres etwa 250 Kilogramm. „Die große Show der Naturwunder“ zeigte, wie wichtig es ist, das Thema Plastikmüll anzugehen und welche Lösungsansätze es gibt.

Innovative Ideen für weniger Müll in den Weltmeeren

Ein System, um unsere Ozeane von den Müllbergen zu befreien, kommt vom 21-Jährigen Niederländer Boyan Slat. Beim Tauchurlaub fiel ihm auf, dass er mehr Plastikabfälle als Fische sah. Seine Idee: Zwei V-förmig angelegte, 50 Kilometer lange Fangarme sind so auf dem Meer ausgerichtet, dass die Strömung den Plastikmüll direkt zu einer solarbetriebenen Mülldeponie leitet, die am Ende des Aufbaus liegt. Hier werden die Plastikteile automatisch aus dem Meer eingesammelt.


Eine weitere Möglichkeit, die Meere zu säubern, sind Müll-Katamarane, die ein deutscher Umweltschutzverein entwickelt hat. Zwischen seinen Rümpfen sind engmaschige Netze gespannt, die bis zu fünf Meter tief reichen. So kann der große Katamaran pro Fahrt bis zu drei Tonnen Plastik fischen. Meerestiere können ausweichen, da der Katamaran nur 4 km/h schwimmt.

Bakterien können Plastik zersetzen

Das angefallene und eingesammelte Plastik könnte nun mithilfe von kleinen Lebewesen abgebaut werden: Denn unterschiedliche Bakterien sind in der Lage, Plastik zu zersetzen. Zum einen haben japanische Wissenschaftler haben vor kurzem erstmals ein Bakterium entdeckt, das PET zersetzt. Es hat sich in kürzester Zeit evolutionär auf PET-Müll entwickelt und frisst kleinste Mengen Kunststoff. Weil der Stoffwechsel noch relativ langsam läuft, wollen die Forscher das Bakterium optimieren, um es später irgendwann auch gegen den Plastikmüll einsetzen zu können. Und auch die Larven des Mehlkäfers – also ganz normale Mehlwürmer – können Kunststoff verarbeiten: Sie fressen Polystyrol und zersetzen es mithilfe von Darmbakterien zu CO2 und Kot. Ein kleiner Mehlwurm schafft knapp 1 Milligramm Kunststoff pro Tag.

aus der Sendung vom

So, 22.1.2017 | 13:00 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)