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SENDETERMIN Sa, 20.4.2019 | 9:45 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 3 Wiech, hott, brrrr - Warum Rückepferde den Waldboden schonen

Die Holzindustrie boomt – der deutsche Wald ist gefragt. Laut der letzten Bundeswaldinventur im Jahre 2012 besteht ganz Deutschland zu einem Drittel aus Wald. Davon wächst mehr nach als die Holzindustrie für den Haus- und Möbelbau, zur Energiegewinnung oder auch schlichtweg für Papier weiterverarbeitet.

Natalia Wörner ist für „Die große Show der Naturwunder“ in den Wald ausgerückt und hat als Lehrling ein Tag Forstwirt Elmar Stertenbrink und sein Team bei der Holzernte geholfen.

So ökologisch und nachhaltig der Rohstoff Holz ist, so schwierig ist die Ernte. Unter dem Gewicht schwerer Erntemaschinen leidet der Waldboden. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob sich das perfekt ausgeklügelte Öko-System vollständig regeneriert, wenn eine Vollerntemaschine über den Waldboden fährt. Natalia Wörner lernt, dass naturgerechte und maschinenunabhängige Waldbewirtschaftung möglich ist.

Viele Naturschutzverbände, Gemeinden, Förster und Waldbesitzer wollen schon länger wieder zurück zur Natur und dabei wirtschaftliche Rentabilität und Umwelt- und Naturschutz in Einklang bringen. Die Stadt Köln gehört auch dazu und nutzt ergänzend zu Maschinen eine alte Holzerntemethode mit Rückepferden. Die mächtigen Kaltblutrassen können bis zu eine Tonne auf die Waage bringen und schaffen an Zugkraft das Eineinhalbfache ihres Körpergewichts.

Doch bevor Rückepferde überhaupt zum Einsatz kommen, müssen Bäume gefällt werden. Natalia Wörner erfährt, dass der Förster in dem Wald im Norden von Köln eine Buche zum Fällen vorgesehen hat, die eine Eiche beim Wachsen behindert. Mit einer Motorsäge geht Natalia ans Werk und schafft es in Zusammenarbeit mit Forstwirt Ricky, der eine sogenannte Fällraupe bedient und die Buche in die richtige „Fallrichtung“ zieht, auf Anhieb.

Nach dem Zuschnitt und Entasten des Baums lernt Natalia das Rückepferd Carlos und Pferderücker Harald kennen. Zusammen werden sie die einzelnen Baumstämme aus dem Wald bis zur nächsten Rückegasse ziehen. Rückegassen sind Waldwege, auf denen Maschinen fahren dürfen. Bei der Vollmaschinenernte liegen die 20 Meter auseinander. Bei dem Verfahren von Elmar Stertenbrink und seinem Team können die Rückegassen 40 Meter auseinanderliegen, wenn Pferde zum Einsatz kommen. Das heißt, es wird doppelt so viel Waldboden geschont wie bei der herkömmlichen Holzernte.

Pferde haben keine negativen Auswirkungen auf den Boden und kommen selbst in unwegsamen Gelände gut voran, wo Maschinen kapitulieren. Und natürlich produzieren sie keine Abgase.

Der Umgang mit Rückepferden ist aber nicht so einfach. Der Baumstamm muss an der richtigen Seite und am Geschirr von Carlos befestigt werden und es müssen Befehle erlernt werden, mit denen man das Pferd anweist, in welche Richtung der Baumstamm gezogen werden soll. Eine gewisse Sensibilität ist auch notwendig, um ein starkes und harmonisches Team beim Holzrücken zu werden.

Natalia hat schon Erfahrung im Umgang mit Pferden und meistert den letzten Teil der Holzernte mit Bravour.

aus der Sendung vom

Sa, 20.4.2019 | 9:45 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)