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SENDETERMIN Mi, 6.1.2010 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 3 Hypnose in der Medizin

Hypnose - ein faszinierendes Phänomen, das die Menschen schon seit Jahrtausenden fasziniert und gleichzeitig verwundert. Doch Hypnose ist grundsätzlich nicht gefährlich. Der Zustand lässt sich als eine Trance beschreiben, die jeder von uns wahrscheinlich schon einmal erlebt hat, sei es beim Lesen eines spannenden Buches oder bei Tagträumen. Unser Gehirn schaltet im Alltag öfter in den Trance-Zustand um, als es uns bewusst ist.

Dr. Reza Schirmohammadi aus Köln ist Arzt für Naturheilkunde und beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit medizinischer Hypnose. Im Studio führte er eine Hypnose durch – als mutige Probandin stellte sich die Topmodel-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink zur Verfügung. Sie wurde in Trance versetzt und ließ sich völlig entspannt eine lange Nadel durch ihren Unterarm stechen, obwohl sie im Alltag eher Angst vor Spritzen hat.

Der Begriff Hypnose wurde 1843 von dem britischen Arzt James Braid für diese Art von Trance bestimmt. „Hypnos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Schlaf“, obwohl die Hypnose mit schlafen generell nicht zu vergleichen ist. Unter Hypnose verfällt man in einen entspannten Wachzustand, bei dem sich die Wahrnehmung verändert und das Gehirn seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte fokussiert. Unter anderem erscheinen Farben intensiver und das Schmerzempfinden wird abgeschwächt, weil sich die Hypnotisierten mehr auf innere Bilder konzentrieren.

Die Vorteile der Hypnose sind mittlerweile auch in der Medizin anerkannt. Vor allem bei Angst vor Spritzen, aber auch als Narkoseersatz bei Operationen - die Anwendungen sind vielseitig. Eindrucksvoll beschrieb Studiogast Dr. Elisabeth Winter eine Operation, die bei ihr unter Hypnose durchgeführt wurde. Nach einem Autounfall musste sie mehrfach an der Hand operiert werden und hatte dabei zunehmend Probleme mit der Narkose und der Wundheilung. Bei einer ihrer zahlreichen Handoperationen wagte sie ein spannendes Experiment: sie verzichtete auf die Vollnarkose und jegliche örtliche Betäubung und ließ sich allein durch die Hypnose von den Schmerzen der Operation abhalten. Auch nach der Operation verspürte sie keinerlei Schmerzen.

Aber auch für Patienten, die nicht vollständig auf die Narkose verzichten wollen, ist die Hypnose eine interessante Alternative. Hypnotisierte Patienten brauchen deutlich weniger Narkosemittel. Außerdem wird von verbesserter Wundheilung und kürzeren Regenerationszeiten berichtet.

Die medizinische Hypnose wird derzeit noch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Mittlerweile gibt es in Deutschland viele Ärzte, die Hypnose in ihrer Praxis anbieten. Wer einen Hypnosearzt sucht, wendet sich am besten an die Deutschen Hypnosegesellschaften.

aus der Sendung vom

Mi, 6.1.2010 | 20:15 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)