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SENDETERMIN Sa, 20.4.2019 | 9:45 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 2 Medizinisches Gerät für nur 20 Cent

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die medizinische Versorgung in Deutschland ist Spitzenklasse – besonders im Vergleich zu anderen Regionen der Erde.
In Entwicklungsländern mangelt es an vielem: Ärzte, Know-How, Infrastruktur, Equipment und Erreichbarkeit. Kommen in Deutschland auf jeden Arzt etwa 263 Menschen, gibt es in der Demokratischen Republik Kongo lediglich ein Arzt pro 10.000 Einwohner.

Forscher aus den USA entdeckten nun einen Weg, wie man mit nahezu lächerlich geringen Kosten zumindest ein Gerät ersetzen kann – die Zentrifuge, das „Arbeitstier“ eines Labors. Mit der Zentrifugation von Proben wie Urin, Stuhl oder Blut beginnen viele Diagnoseschritte. Bei extrem hohen Umdrehungen teilen sich die Proben in ihre Bestandteile auf. Bei Blut setzen sich so z.B. die festen Bestandteile wie Blutkörperchen von den flüssigen wie dem Blutplasma ab. Ist man nun auf der Suche nach Krankheitserregern wie z.B. denen der Schlafkrankheit, wissen die Ärzte genau, wo sie in der Blutprobe nach den Ursachen suchen müssen.

Was aber tut man wenn z.B. das Geld für Zentrifugen fehlt oder wenn die Wartung der Geräte nicht mehr möglich ist? Man bedient sich einfach eines jahrtausendealten Spielzeugs – dem Schnurrer.

Im Grunde handelt es sich dabei um eine kleine Runde Scheibe in dessen Mitte sich zwei Löcher befinden. Fädelt man durch diese Löcher eine Schnur, kann man die Scheibe schnell rotieren lassen. Einmal in Bewegung versetzt, rotiert die Scheibe mit extrem hohen Umdrehungen – angetrieben durch die Handbewegung.

Die findigen Forscher aus den USA modifizierten das Spielzeug: Zwischen zwei Pappscheiben lassen sich dünne Röhrchen mit Blutproben kleben und so zentrifugieren. Der Materialwert: Lediglich etwa 20 Cent.

aus der Sendung vom

Sa, 20.4.2019 | 9:45 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)