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SENDETERMIN Sa, 13.1.2018 | 21:50 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 2 Chamäleon

Weltweit gibt es über 100 verschiedene Chamäleon-Arten. Sie gehören zu den Reptilien. Ob sie in der Wüste oder im Wald leben, die Hautfarbe des Chamäleons ist an seine Umgebung angepasst. Darum gelten Chamäleons als Meister der Tarnung.


Das Chamäleon wechselt die Farbe aber nicht nur zur Tarnung. Das Farbenspiel der Tiere spiegelt auch die physiologische Befindlichkeit und die Stimmungslage wieder und es dient im Wesentlichen der Kommunikation mit anderen Tieren. Aber wie genau kann das Chamäleon seine Farbe so spontan ändern?

„Die große Show der Naturwunder“ zeigt die neueste Forschung, wie Chamäleons ihre Farbe ändern.

Jahrelang ist man unter anderem davon ausgegangen, dass die Tiere durch Pigmentveränderungen ihre Farbe wechseln. Jetzt haben Forscher von der Universität Genf herausgefunden, dass die Chamäleons aufgrund von so genannten Nanokristallen ihre Farbe verändern.

Der Farbwechsel kommt dadurch zustande, dass sich die Dichte von Nanozellen, die unter der Pigmentschicht der Hautzellen der Chamäleons liegt, verändert. Durch diese Veränderung wird das Licht anders reflektiert, so dass sich die Farbe des Chamäleons ändert. Das Ganze geschieht innerhalb kürzester Zeit. Je nach Stimmung des Chamäleons kann die Farbveränderung zwischen wenigen Sekunden und mehreren Minuten dauern.

Bionik

Aber das ist nicht das einzige spannende Phänomen beim Chamäleon. Auch die Art wie Chamäleons Insekten fangen ist außergewöhnlich. Dass ein Chamäleon seine Zunge wie ein Gummiband aus dem Maul herausschnellen lässt, um Insekten zu fangen, ist zwar bekannt - aber weniger bekannt ist, wie die Echse die Beute in ihren Mund befördert. Das kann sie, indem sich die Spitze der Zunge um die jeweilige Beute stülpt und sie sicher umschließt, damit es in seinem Maul landen kann.

Das Besondere daran ist nicht nur, dass das Ganze sehr schnell geht, sondern auch, dass die Auswölbungen der Zunge, die das Insekt umschlingen, Insekten verschiedenster Größe und Form umgreifen können.

Dieses Prinzip hat sich die Industrie von der Chamäleonzunge abgeschaut und einen Greifer gebaut, der unterschiedlichste Objekte formschlüssig, sprich besonders schonend, greifen kann. Die flexible Zungenspitze der Echsen imitierend, hat der industrielle Greifer eine Spitze aus elastischem Silikon. Mit dieser Silikonklappe kann er nicht nur einzelne Gegenstände unterschiedlichster Art greifen, sondern sogar mehrere Gegenstände in einem Greifvorgang aufnehmen und gesammelt ablegen – ohne dass ein manueller Umbau notwendig ist.

Für einen solchen adaptiven Greifer gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Industrie und im Labor: So kann er etwa in Anlagen eingesetzt werden, in denen flexibel verschiedene Produkte hergestellt oder bewegt werden. Die Fertigung der Produkte kann sichergestellt werden, ohne dass ein neuer Greifer montiert werden oder eine weitere Anlage aufgebaut werden muss.

aus der Sendung vom

Sa, 13.1.2018 | 21:50 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)