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SENDETERMIN Mi, 28.12.2011 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Thema 10 In die Wüste geschickt

Sie ist die älteste Wüste der Welt und gehört zu den trockensten Gebieten der Erde – die Namib. Diesen faszinierenden Lebensraum im Süden Afrikas durfte Ranga Yogeshwar für „Die große Show der Naturwunder“ erkunden.

Namib bedeutet "Ort, wo nichts ist", doch der Name täuscht: Mithilfe ausgefeilter Strategien behaupten sich erstaunlich viele Pflanzen und Tiere unter den erbarmungslosen Bedingungen. Spießböcke können ihre Körpertemperatur an die äußeren Gegebenheiten anpassen, Käfer zapfen wertvolles Wasser aus dem Nebel und Pflanzen werden über tausend Jahre alt. Und auch Menschen haben sich hier angesiedelt. Doch wie kann man in dieser Gegend der Extreme überleben?

Das Volk der Topnaar lebt seit Jahrhunderten in der Namib. Ranga Yogeshwar traf einen ihrer Führer, Rudolf Dausab. Nur mit seiner Unterstützung kann der Moderator die gefährliche Reise mitten hinein in das endlose Meer aus Sand überhaupt wagen. Er verliert selbst zwischen den höchsten Dünen nie die Orientierung und beherrscht das Fahrzeug auf dem unberechenbaren Untergrund meisterhaft. Und dennoch – ohne einen zweiten Begleitwagen geht auch er das Risiko einer Wüstendurchquerung nicht ein.

Wasser ist der Schlüssel zum Überleben in dieser kargen Umgebung. Von dem erfahrenen Wüstenbewohner lernt Ranga Yogeshwar, wie man in der scheinbar dürren Landschaft an Wasser gelangen kann. Einige Pflanzen bilden dickfleischige Blätter, die man nur ausdrücken muss. Viel Wasser lässt sich damit nicht sammeln, aber manchmal kommt es auf den lebensrettenden Tropfen an. In der Nähe von ausgetrockneten Flussbetten wachsen Wasseranzeigerpflanzen – hier befindet sich Grundwasser nahe der Oberfläche, nach dem man graben kann.

Sobald die Sonne untergegangen ist, wird es hier empfindlich kalt. Temperaturen nahe am Gefrierpunkt sind keine Seltenheit! Doch die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bieten noch eine weitere Möglichkeit an Wasser zu gelangen: mit einem einfachen Stück Folie kann man das wertvolle Nass sammeln. Sollte man jemals gezwungen sein, die Nacht ohne ein schützendes Zelt in der Wüste verbringen zu müssen, hat Rudolf Dausab auch hier einen wertvollen Tipp: Der Sand speichert die Wärme des Tages viele Stunden – so bietet er dem Schutzlosen ein warmes Nachtlager. Man muss sich nur an einer möglichst windgeschützten Stelle eingraben. Dies gilt allerdings nur für den absoluten Notfall, denn die Wüste birgt viele, keinesfalls zu unterschätzende Gefahren!

Doch immer wieder gibt es auch Überraschungen: Mitten in der Einöde gedeiht eine ganz erstaunliche Pflanze: Die !Nara-Melone. Die Topnaar nutzen sie seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel, Medizin, löschen mit ihr den Durst und gewinnen sogar Sonnenschutzmittel aus ihrem Öl. Die !Nara-Pflanze bildet extrem tiefe Wurzeln aus und wächst deshalb sogar auf hohen Sanddünen. Für das Volk ist sie überlebenswichtig, doch in den letzten Jahren findet man sie immer seltener. Auch an der Namib gehen die Veränderungen unseres Klimas nicht spurlos vorbei.

aus der Sendung vom

Mi, 28.12.2011 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)