Bitte warten...

SENDETERMIN Do, 12.10.2006 | 20:16 Uhr | Das Erste

Thema 2 Geniale Verpackungen in der Natur

Die Natur macht’s vor und die Menschen tun ihr Bestes, um’s nachzumachen: Intelligente Verpackungen, die ihren Inhalt optimal schützen, mit ihm wachsen und sich im besten Falle vollkommen selbst recyceln.

Paradebeispiel für geniale Verpackung ist die Kokosnuss, weil sich bei ihr verschiedene nützliche Prinzipien vereinen. Ihre enorme Druckfestigkeit beweist sie zunächst mit dem unbeschadet überstandenen Sturz von ihrem Entstehungsort, der Kokospalme. Hier gibt die stossabfedernde Kokosfaserschicht aus Zellulose Stabilität. Die harte Kokosnussschale ist weitestgehend unempfindlich und schützt das Fruchtfleisch auf diese Weise gegen Bakterien, Parasiten und Salzwasser. Unter dieser harten Schale befindet sich eine komplexe Zwischenschicht, welche hochelastisch ist und durch Ausgleichen von kleinsten Verletzungen einen Flüssigkeitsverlust verhindert. Wer jedoch weiß, wo die Natur in diese scheinbar unzerstörbare Konstruktion doch Sollbruchstellen eingebaut hat, der kann sie mit wenig Muskelkraft einfach öffnen und dann steht dem Genuss des Kokosfleisches mit einem Fettanteil von 40% nichts mehr im Wege.

Eine andere geniale Verpackung ist das Ei, welches seine Stabilität in erster Linie durch seine Form, nicht durch sein Material erreicht. Ausgeübter Druck, zum Beispiel durch die brütende Henne, kann durch die Bogenform so geschickt verteilt werden, dass die zarte Schale nicht bricht. Auch Architekten planen ihre Deckenkonstruktionen in Anlehnung an diese stabilen Formen. Dass drei rohe Hühnereier nicht nur eine Henne, sondern sogar bis zu 160 kg Gewicht aushalten können, bevor sie zerbersten, wurde in der Show eindrucksvoll demonstriert. Doch auch das Material der Eierschale birgt ein faszinierendes Phänomen, denn ein Hühnerembryo verbraucht in seiner Entstehungsphase bis zu 6 Liter Sauerstoff, die durch die Eierschale sowohl hinein- als auch hinausgelangen können! In der Schale befinden sich winzige Poren, die einen Austausch von Gasen ermöglichen, jedoch keine Mikroorganismen durchlassen und so das Innere des Eis frei von Keimen halten. Diese Besonderheit machten sich schon die afrikanischen Buschmänner zu Nutze, indem sie ausgeblasene Eier als frischekonservierende Wassertanks verwendeten. Die Eier wurden zur besseren Wiedererkennung individuell graviert, mit Wasser befüllt, mit einem Stopfen aus Gras verschlossen und zur kühlen Lagerung im Sand vergraben, bis ihr Besitzer durstig wurde.

Ein alltägliches Haushaltsprodukt wird zurzeit unter Berücksichtigung dieser einzigartigen Schalenstruktur weiterentwickelt und verbessert. Bisher schloss herkömmliche Frischhaltefolie ihren Inhalt luftdicht ab. Reifungsgase wie Ethylen konnten so nicht entweichen und beschleunigten den Reifungsprozess bis zum Verfaulen enorm. Die weiterentwickelte Straußeneifolie ist aufgrund von mikroskopisch kleinen Löchern gasdurchlässig und außerdem mit einer antibakteriellen Beschichtung versehen, die das Verpackte länger frisch hält! Leider werden noch einige Jahre vergehen, bis die Straußeneifolie in Serienproduktion geht…

aus der Sendung vom

Do, 12.10.2006 | 20:16 Uhr

Das Erste

Mehr zum Thema im WWW:

Mann schaut auf Testbild

Sendetermine

19. Mai 2018, 20:15 Uhr, HR
(Sendung vom 26. Mai 2016)