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Zwischenergebnis der NABU-Vogelzählung Immer weniger Vögel in Deutschlands Gärten

In Deutschlands Gärten werden immer weniger Vögel gezählt. Das ist das Ergebnis der Zwischenbilanz der Zählaktion "Stunde der Gartenvögel" des Naturschutzbundes Deutschland.

Eine Amsel mit einer Kirsche im Schnabel sitzt am 22.06.2015 im Tiergarten auf einem Baum.

Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig finden immer weniger Platz und Nahrung zum Leben.

In knapp 25.000 Gärten und Parks wurden in diesem Frühjahr die einheimischen Vögel gezählt und dabei im Schnitt nur 33,3 Vögel pro Garten gemeldet. Dass sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Und damit so wenig wie noch nie seit Beginn der Zähl-Aktion im Jahr 2005.

Größte Verluste bei häufigsten Gartenvögeln zu verzeichnen

Imme Wichelmann, aktive Vogelkundlerin im NABU Vechta, und Rüdiger Wohlers, Pressereferent des NABU Niedersachsen, stehen mit Ferngläsern in einem Garten, wo sie die Vögel beobachten und zählen.

Vom 10. bis 13. Mai waren Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vor dem Balkon oder im Park zu beobachten und zu zählen. Diese Daten wertet der NABU aus.

Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Grünfink, Buchfink und Hausrotschwanz, verzeichnen nach den aktuellen Zahlen bundesweit die größten Verluste. Auch der Vogel des Jahres 2018, der Star, hat nach einer leichten Bestandserholung wieder fast den Negativrekord des Jahres 2010 erreicht.

Lediglich der Haussperling, der Spatz, Feldsperling, Ringeltaube und Rabenkrähe wurden in üblichen Mengen gesichtet beziehungsweise konnten nach der Frühjahrszählung sogar deutlich zulegen.


Besonders insektenfressende Vogelarten leiden

Junge Mauersegler sind am 03.07.2017 in der Vogel- und Igelpflegestation in Bad Elster (Sachsen) zu sehen.

Besonders stark ist der Rückgang bei fast allen Vogelarten, die ihre Jungen mit Insekten füttern.

Bei Mehlschwalbe und Mauersegler wurden in diesem Frühjahr hingegen 24 beziehungsweise 14 Prozent weniger Tiere gezählt. Dies würde bedeuten, dass sich deren Bestände im Vergleich zum Jahr 2006 um etwa 40 Prozent verringert haben. Schuld daran ist, laut NABU, das anhaltende Insektensterben und zu wenige Nistplätze für die Vögel.

Die Naturschützer fordern Gartenbesitzer deshalb dazu auf, auf chemische Spritzmittel für ihre Pflanzen zu verzichten und ihre Gärten möglichst naturnah anzulegen.

Martin Thiel, SWR Umwelt | Online: Lutz Heyser