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Zahl der Wolfsrudel wächst weiter Immer mehr Wölfe in Deutschland

Die Zahl der Wölfe in Deutschland nimmt weiter zu. Das zeigen aktuelle Daten. Inzwischen gibt es hierzulande 60 Wolfsrudel, 13 mehr als noch im vergangenen Jahr.

 Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.

Naturschützer freuen sich über die wachsende Zahl von Wolfsrudeln in Deutschland.

Insgesamt gehen die Fachleute für ganz Deutschland von mindestens 150 erwachsenen Wölfen aus - plus einer unbekannten Zahl von Jungtieren. Die meisten Wölfe leben in Brandenburg und Sachsen. Im deutschen Südwesten haben sich die Wölfe noch nicht dauerhaft niedergelassen.

Die größte Gefahr für den Wolf: der Straßenverkehr

 Ein Wolf (Canis lupus) hechelt am 27.02.2017 im Wildpark in Poing (Bayern) und zeigt dabei Zunge und Zähne.

Mit der steigenden Zahl von Wölfen steigt auch das Konfliktpotential in unserer Gesellschaft.

Für den Naturschutz sei der Zuwachs an Wölfen erfreulich, so das Bundesamt für Naturschutz. Trotzdem seien die Tiere gefährdet - vor allem durch den Straßenverkehr, aber auch durch illegale Abschüsse. Die Sicherheit der Bevölkerung müsse jedenfalls immer an erster Stelle stehen - das ist den Wolfsexperten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes wichtig.

Gleichzeitig machen sie klar: Nur weil Anwohnern eine Situation unheimlich vorkommt, ist sie nicht automatisch brenzlig. Es kommt immer darauf an, wie genau sich der Wolf verhält. Beispiel: Ein Wolf, der einfach nur nachts durch eine Siedlung läuft, stellt erst mal keine Gefahr dar, sagen die Fachleute. Auch ein Wolf, der beim Anblick eines Autos nicht sofort flüchtet, ist völlig normal. Denn Wölfe können die Fahrer in den Autos nicht wahrnehmen.

Was der Mensch in der Hand hat, damit es nicht gefährlich wird

Anders sieht es aus, wenn ein Wolf wiederholt, also über mehrere Tage, ganz in der Nähe von bewohnten Häusern aufkreuzt. Da ist es wichtig, nach den Ursachen zu suchen: Gibt es da irgendwo Futter, das ihn locken könnte? Wölfe anfüttern ist ein absolutes No-Go, das sollte man bleiben lassen - sonst entwickelt der Wolf Interesse an Menschen.

Der Schutz von Schafen und Ziegen polarisiert

 Der Herdenschutzhund «Hugh», Rasse Pyrenäenberghund, sitzt am 30.10.2017 in Schwäbisch-Hall-Hessental (Baden-Württemberg)

Herdenschutzhunde, wie der Pyrenäenberghund, können Schafe vor dem Wolf beschützen.

Mit der Vermehrung der Wölfe wächst auch das Konfliktpotential. 2016 rissen Wölfe in Deutschland mehr als 1.000 Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen. Um solche Schäden möglichst zu verhindern, empfiehlt der Naturschutz gezielten und flächendeckenden Herdenschutz - unter anderem elektrische Zäune, die mindestens 1,20 Meter hoch sind, unter Umständen auch Herdenschutz-Hunde.

Ein Wolf, den selbst das nicht abhalte, könne im Einklang mit dem Naturschutzrecht getötet werden, so die Experten. Eine allgemeine Jagd auf Wölfe dagegen, bei der jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Tieren geschossen werde, bringe für den Schutz von Schafen und Ziegen nichts.

Von Stefanie Peyk, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Lutz Heyser