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Wasserreserven im Frühjahr Deshalb brauchen wir unbedingt Regen im Frühling

Für Meteorologen hat er bereits begonnen, jetzt sagt auch der Kalender: Der Frühling ist da. Wir machen den Südwest-Check: Ist die Natur gerüstet? Reicht der Regen, damit alles gut wächst?

Luftaufnahme Moselschleuse Detzem

Reicht der bisherige Regen für die Natur im Frühjahr?

Der Frühling ist da. Das Wetter stimmt auch. Für Rhein, Mosel und Saar meldet der Deutsche Wetterdienst für die nächsten Tage Frühlingswetter. Der kalendarische Frühlingsanfang ist Mittwoch, 20. März, um exakt 22.58 Uhr. Das leichte Hochwasser der großen Flüsse mit streckenweise überschwemmten Uferwegen geht weiter zurück.

Stau am Binger Mäseturm

Zu Fuß zum Binger Mäuseturm im vergangenen Jahr bei großer Trockenheit.

Der Hochwassermeldedienst wurde eingestellt, meldet das Hochwassermeldezentrum Rhein in Mainz. Auch die Einschränkungen für die Schifffahrt auf Rhein und Mosel werden wieder aufgehoben. Wir erinnern uns an den trockenen Sommer letztes Jahr, an Spaziergänge im Flussbett des Rheins und anderen Flüssen im Südwesten oder am Bodenseeufer. Wie sieht es inzwischen mit den Wasserreserven aus - sind sie jetzt wieder ausreichend aufgefüllt?

Fragen an Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung

Haben die Schiffer im Moment so viel Wasser unter dem Kiel wie sonst im Frühjahr?

Ja absolut. Am Rhein zum Beispiel tendierte der Pegel schon über normal. Das ist aber für die Jahreszeit alles noch normal. Es sieht gut aus für die Flüsse. Die sind nicht das Problem.

Wie sieht es mit dem Grundwasser aus?

Trockenheit

Die Trockenheit hält in der Tiefe noch an.

Das ist eher das Problem. Wir hatten ja im vergangenen Jahr diese enorme Trockenheit, die den Boden richtig ausgetrocknet hat. Das ist leider über den Winter nicht wirklich besser geworden. Es gab regionale Unterschiede, aber man kann sagen, wir sind immer noch auf der trockenen Seite.

Das gilt ganz besonders für die Gebiete Rheinhessen, Vorderpfalz und für das südliche Rheintal in Baden. Da ist nach wie vor der Boden tief ausgetrocknet. Obendrauf sitzt ein bisschen Feuchtigkeit, weil über Winter ja Niederschläge gekommen sind. Aber die Trockenheit reicht tief hinunter und hat sich auch nicht wirklich geändert. Im Februar ist es schon wieder ein bisschen trockener geworden. Anfang März ging es mal ein Stück hoch mit den Niederschlägen, aber das reicht nicht aus. Und die nächsten Tage haben wir im Südwesten auch keine Niederschläge in Sicht.

Das heißt, für die Landwirte müssten wir auf einen völlig verregneten Frühling hoffen?

Ein Kartoffelacker wird von einer Beregnungsanlage mit frischen Wasser versorgt. (Aufnahme mit einer Drohne)

An der Oberfläche leicht feucht, aber das reicht noch nicht.

So uneingeschränkt Regen mögen die Landwirte wahrscheinlich auch nicht, weil die Bodenbearbeitung nicht läuft, wenn der Frühling komplett absäuft - wie vor einigen Jahren. Dann kann man auch nicht arbeiten mit den Traktoren heutzutage. Unter dem Aspekt Wasserversorgung wäre es den Bauern sicherlich recht, wenn jetzt immer wieder deutliche Niederschlagsmengen kämen. Aber, wie gesagt, das ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht.

Wir starten also in dieses Jahr in vielen Regionen mit einem deutlichen Defizit. Das war zum Beispiel im Vorjahr anders. Da wären wir insgesamt noch viel schlimmer dran gewesen, wenn schon im Frühling der Wasserstand im Grundwasser so niedrig gewesen wäre.

Online: Heidi Keller