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Vogel des Jahres 2018 Vorhang auf für einen echten Star

Der Star ist Vogel des Jahres 2018, und bühnentauglich ist er allemal: Er zeigt sich als perfekter Stimmenimitator. Eigentlich bekannt als Allerweltsvogel, wird der Star immer seltener.

Star breitet Flügel aus

Der Star ist ein talentierter Stimmenimitator.

Den Star kennen wir alle aus dem Kinderlied "Alle Vögel sind schon da". Stare machen ihrem Namen alle Ehre, denn sie haben viele Talente. Sie sind unter anderem echte Flugkünstler. Das zeigt sich besonders im Herbst, wenn sie sich vor dem Abflug Richtung Süden in immer größeren Schwärmen zusammenfinden. In der Luft sehen sie dann aus wie riesige, dunkle, pulsierende Wolken.

Ein Star im Schwarm orientiert sich an sieben Nachbarvögeln

Starenschwarm am Himmel

Der Flug im Schwarm bietet den Vögeln Schutz vor Angreifern.

Solche Wolken aus vielen tausend Staren kann man beispielsweise gut am Bodensee beobachten, ebenso am Federsee in Oberschwaben.

Laut Martin Klatt vom Naturschutzbund NABU habe man durch Beobachtung herausgefunden, dass sich ein Vogel im Schwarm an sieben anderen Nachbarvögeln orientiere. Er mache immer genau das, was die anderen sieben machen. Dadurch komme es zu diesen synchronen Flugmanövern.

Die Flugmanöver machen es Angreifern wie Sperbern oder Falken schwer, sich auf einen einzelnen Star zu konzentrieren und ihn aus der Wolke heraus zu jagen.

Die Singvögel können auch Alarmanlagen nachahmen

Der Star ist außerdem auch ein talentierter Stimmenimitator. Er kann andere Vögel perfekt nachahmen, baut aber zum Beispiel auch Handyklingeltöne, Hundebellen oder das Fiepen von Alarmanlagen in seinen Gesang ein. Als Sänger tun sich aber nur die Männchen hervor. Je origineller ihr Gesang, desto anziehender scheinen sie auf die Weibchen zu wirken.

Der Bestand des Stars geht stark zurück

Star vor Nistkasten

Nistkästen bieten den Vögeln sicheren Unterschlupf.

Der Naturschutzbund Deutschland NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz, haben den Star zum Vogel des Jahres 2018 gewählt. Der Star ist in Deutschland zwar immer noch weit verbreitet, doch der Bestand geht stark zurück.

Schätzungen zufolge haben wir in nur zwei Jahrzehnten mindestens eine Million Starenpaare verloren. Das ist ein Rückgang um etwa 20 bis 30 Prozent. Als Hauptverursacher vermuten die Naturschützer die intensive Landnutzung.

Seine Nahrung findet der Star normalerweise auf Viehweiden, Stoppelfeldern, Streuobstwiesen und Hecken mit Beeren. Das alles ist aber inzwischen vielerorts Mangelware, und Nahrungsinsekten fallen der Chemiekeule zum Opfer.

Monokulturen und Pestizide setzen den Vögeln und ihrer Nahrung zu

Blick aus der Vogelperspektive auf durch ein Maisfeld fahrende Erntemaschine.

Landwirtschaftliche Monokulturen machen den Vögeln zu schaffen.

"Dort, wo früher, um es mal vereinfacht zu sagen, noch Kühe auf der Weide rumrannten und der Star an den Insekten der Kuhfladen wunderbar Nahrung finden konnte, da ist heute nichts mehr. Da sind heute Maisäcker, die Kühe stehen im Stall, und das setzt den Vögeln enorm zu", so Martin Klatt vom NABU.

Der Naturschutzbund fordert daher mehr Vielfalt in der Landschaft und einen reduzierten Einsatz von Pestiziden. Doch auch Gartenbesitzer können dem Star helfen - zum Beispiel indem sie Nistkästen aufbauen und für eine vielfältige Vegetation sorgen.

Stefanie Peyk, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Stefan Heinz