Bitte warten...

SENDETERMIN Di, 30.10.2018 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Vogel des Jahres 2018 Der Star - Flugkünstler und Charmeur

Er ist zum Vogel des Jahres 2018 gekürt worden, denn seine Population geht immer mehr zurück: der Star.

Er ist bekannt als Allerweltsvogel und wird schon in Kinderliedern besungen. Doch dieses Jahr wurde der Star zum Vogel des Jahres gekürt, denn seine Bestände sind bedroht. Im Herbst, bevor er in den Süden fliegt, kann man ihn besonders gut sehen und den Flugkünstler am Himmel bestaunen. Aus allen Regionen sammeln sich die Trupps. Bis zu hunderttausend Vögel können es pro Schwarm werden.

Vogelschwarm

Bevor es dunkel wird, zeigen die Flugkünstler noch mal, was sie können: beeindruckende Tänze am Himmel.

Als riesiger Schwarm zu fliegen, ist eine Überlebensstrategie. So ist jeder Vogel besser vor Angreifern geschützt. Doch gemeinsam zu fliegen, ist gar nicht so einfach und muss mit dem Nachwuchs erst einmal geübt werden. Jeder einzelne Vogel koordiniert sich dabei mit den nächsten Nachbarn. Für die Vögel ist es eine notwendige Reise, für den Beobachter am Boden ein faszinierendes Schauspiel.

Der lateinische Name des Stars lautet "sturnus vulgaris".

Doch der Vogel des Jahres ist ganz und gar nicht vulgär - er gilt als richtiger "Star" unter den Vögeln. Mit seinem glänzenden Federkleid und den weißen Punkten will er besonders im Frühjahr die Weibchen bezirzen. Das muss nicht immer eine Starendame sein. Der Charmeur kann wie kaum ein anderer Klingeltöne und Vogelstimmen imitieren. Kein Wunder, dass es beim Star sogar zweimal im Jahr Nachwuchs gibt.

Vogelkinder

"Hunger!" - Es gibt zu wenige Insekten für die kleinen Stare.


Natürliche Bruthöhlen in alten Baumstämmen sind dem Star am liebsten, doch die werden immer weniger. Ein Grund, weshalb die Starenpopulation bei uns um ein Drittel geschrumpft ist. Zudem gibt es zu wenig Insekten, mit denen die Brut groß gezogen werden kann. Viele Jungen überleben deshalb nicht. Nach ein paar Wochen zeigen die Eltern ihnen, wie sie ihr Futter selbst finden können: einfach im Boden nach Würmern und Insekten stochern. Deshalb ist der Schnabel auch so lang und fest.

Jungvogel

Schon die Jungen haben den charakteristischen Schnabel, mit dem sie lernen, den Boden auf der Suche nach Nahrung zu "durchpflügen".


Fettreserven sind ganz wichtig, besonders für die Stare, die in den Süden ziehen und mehr als 1.000 Kilometer vor sich haben. Aufgrund des Klimawandels bleiben aber auch immer mehr Stare hier.

Vögel im Baum

In der Dämmerung sammeln sich die Stare zur Suche nach dem besten Schlafplatz.

Sobald es dämmert, kommen im Herbst tausende der quirligen Stare gemeinsam zur Ruhe. Am liebsten verbringen sie die Nacht im Schilf. Dort sind die Vögel vor Angreifern gut geschützt, reichlich Wasser und leckere Insekten gibt es auch. Bei so vielen "Familienmitgliedern" kann es schon mal dauern, bis jeder sein Bett im Schilf gefunden hat.

Der Vogel des Jahres wurde 1971 zum ersten Mal gekürt. Damals fiel die Wahl des Naturschutzbundes (NABU) und des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) auf den Wanderfalken. Der Vogel des Jahres 2019 steht auch schon fest: Es wird die Feldlerche.