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Outdoor - Trekking

SENDETERMIN Di, 29.5.2018 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Überleben fern der Zivilisation Wildnis-Training im Wald

Ulrike Nehrbaß erfährt von einem Wildnis-Guide im Schwarzwald Tipps zum Überleben in der Natur, um sich vom Alltag zu lösen, Natur intensiv wahrzunehmen und die Sinne zu schärfen.

Soviel steht fest: Unsere Moderatorin würde in der Wildnis überleben. Schließlich hat sie schon mal gelernt, wie man zum Beispiel Feuer macht ohne Feuerzeug und Streichholz:

Wie man aus einem Tampon Feuer macht

Beim Überlebenstraining im Hunsrück kann man diese Dinge erlernen - mit Anleitung, unter Aufsicht, ohne die echte Angst im Nacken. Beate Thome bietet zusammen mit ihrem Team seit mehr als sechs Jahren Naturcamp-Gruppen an.

Wer wartet, macht einen großen Fehler

Im Ernstfall, so schärfen die Trainer den Teilnehmern ein, sollte man diesen Grundsatz beherzigen: "Nie daran glauben, dass man gleich gerettet wird. Sonst wartet man zu lange bis man selbst aktiv wird, das könnte fatal sein."

Orientierung

Während es die Menschen früher gewohnt waren, sich anhand von Sonne und Sternen zu orientieren, hat man heutzutage den verlässlichen Kompass. Aber auch die Benutzung dieses Gerätes will gelernt sein. Die erste Aufgabe beim Überlebenstraining heißt also: Orientieren mit Kompass.

Ernährung

Blüten vom spitzwegerich

Bitter, aber nicht giftig - die Blüten vom Spitzwegerich

Zum Überleben in der Natur gehört auch Pflanzenkunde - wer sich verirrt, weiß ja nicht, wie lange es dauert, bis er wieder in der Zivilisation und damit in der Nähe eines Kühlschranks ist. Wer weiß, was er aus der Natur bedenkenlos essen kann, wird nicht so schnell verhungern. So kann man vom Spitzwegerich zum Beispiel die Blätter und die Blüten essen. Allerdings zählt der Spitzwegerich zur Kategorie: bitter, richtig bitter. Die Blüten vom Spitzwegerich schmecken übrigens so ähnlich wie Champignons.

Feuer

Wie macht man Feuer, wenn weder Feuerzeug noch Streichholz zur Hand sind? Mit einem Magnesiumstab klappt das schnell. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten. Klassisch und landläufig bekannt: Holz reiben, bis es glimmt. Allerdings hat diese Methode zwei Nachteile: Es dauert recht lange und bei Regen funktioniert es nicht. Ganz einfach ist dagegen die Kurzschlusstechnik mit Batterien, sofern man die dabei hat.

Jemand stochert mit einem Fahrtenmesser in einem kleinen Haufen Asche

Asche ist gut, um Wasser zu filtern

Und einfach genial: der Tampon-Trick. Ausrollen, Asche oder Sand in den Wattestreifen einfüllen, dann wieder einrollen und durch Reibung Hitze erzeugen. Feuer braucht Sauerstoff, Temperatur und Brennstoff - der Tampon bietet sich an, weil er die Form schon hat. Aber auch mit jedem anderen Baumwollstoff kann man auf diesem Wege ein kleines Feuer entfachen.

Trinkwasser

Außer Feuer ist sauberes Wasser in der Wildnis wichtig. In der Natur sollte man Wasser nicht einfach so trinken, es sei denn, es kommt direkt aus einer Quelle. Ansonsten riskiert man Vergiftungen. Um Wasser dennoch gefahrlos trinken zu können, muss es gefiltert werden und zwar sieben Mal.

Moderatorin Ulrike Nehrbaß mit dem selbst gebauten Wasserfilter

Geschichteter Wasserfilter

Viele der Tipps sind kein Experten-Wissen. Vielmehr sind es Tricks, die manch einer noch von früher aus seiner Kindheit kennt, so auch Trainer René: "Das meiste, was ich den Menschen erkläre, ist, was ich in meiner Kindheit gemacht habe. Ich bin als Kind sehr lange und sehr oft im Wald unterwegs gewesen. Dort habe ich mir viel angeeignet." Was er als Kind gespielt hat, bringt heute Erwachsenen im Überlebenscamp bei.

Lernen fürs Leben

René beobachtet, dass es im Überlebenstraining mit einer gewissen Ernsthaftigkeit zugeht. Es gehe nicht nur um eine Wochenendunterhaltung, sondern darum, wirklich etwas beizubringen. "Das ist auch die Philosophie von meinem Leben. Ich möchte den Menschen einfach zeigen: Leute, egal in was für eine Situation ihr kommt – es geht weiter."