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Tier des Jahres 2018 Europäische Wildkatze - nichts zum Schmusen

Die Deutsche Wildtier Stiftung will mit der Auszeichnung darauf aufmerksam machen, dass der größte Feind der nachtaktiven Wildkatze der Mensch ist. Die Tiere leben auch im Südwesten.

In Eifel und Hunsrück leben wieder viele Wildkatzen

Auch im Südwesten leben wieder viele Wildkatzen.

Zum Schmusen sind Europäische Wildkatzen nicht geeignet - denn sie sind keine ausgewilderten Hauskatzen. Die Wildkatzen - lateinischer Name Felis silvestris - sind eine eigene Art, die jahrzehntelang aus Deutschland verschwunden war.

Mehrere Tausend Tiere mit ihrem typischen gelblich-grauen Fell und dem buschigen, stumpf endenden Schwanz leben derzeit wieder in Deutschland. Wenn sie nachts auf die Jagd gehen, erlegen Wildkatzen vor allem kleine Säugetiere, Amphibien und Vögel.

Bessere Lebensbedingungen für die geschützten Tiere

Wildkatzenfamilie am Westwall

Wildkatzen brauchen Rückzugsgebiete.

Die Auszeichnung als Tier des Jahres soll die Lebensbedingungen der streng geschützten Wildkatze verbessern. In der Roten Liste des Bundes wird sie noch immer als gefährdet eingestuft, in einigen Bundesländern sogar als vom Aussterben bedroht.

Ihr größter Feind ist und bleibt der Mensch, der nicht nur ihren Lebensraum, den Wald, zersiedelt und zerstückelt, sondern sie auf Landstraßen überfährt oder sie als vermeintlich wildernde Hauskatze abschießt.

Wildkatzen im Südwesten

In ganz Deutschland sollen 6.000 bis 10.000 Wildkatzen leben, etwa die Hälfte davon in rheinland-pfälzischen Wäldern. In Rheinland-Pfalz betreibt die Deutsche Wildtier Stiftung auch ein Wildkatzen-Forschungsprojekt, um herauszufinden, wie sich die zunehmende Nutzung des Waldes durch den Menschen auf das Verhalten der scheuen Tiere auswirkt.

In Baden-Württemberg galt die Wildkatze seit 1912 als ausgerottet. Erst seit wenigen Jahren ist sie hier wieder heimisch. Inzwischen werden Bestände nachgewiesen am Oberrhein, auf der Schwäbischen Alb, im Kraichgau, im Naturpark Stromberg-Heuchelberg und im Landkreis Esslingen.

Von Sabine Gronau, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller