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Stunde der Gartenvögel Einmal Vogelzählen, bitte!

Noch bis Sonntag sind alle Naturfreunde aufgerufen, Vögel zu zählen. Der Naturschutzbund NABU möchte damit langfristige Trends und Entwicklungen der Vogelwelt aufzeigen.

Specht füttert seinen Nachwuchs

Bei der Zählaktion kann jeder mitmachen, der Lust aufs Vogelzählen hat.

Sich hinters Fenster setzen, eine Stunde in den Garten schauen und dabei Vögel zählen - das ist quasi das Prinzip der "Stunde der Gartenvögel". Zum 14. Mal ruft der Naturschutzbund NABU Vogelfreunde in ganz Deutschland auf, die Vögel in ihrem Umfeld zu zählen und die Zahlen anschließend zu melden.

Der Naturschutzbund spricht von der größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands. Im vergangenen Jahr haben fast 61.000 Menschen mitgezählt und dabei über 1,4 Millionen Vögel gemeldet.

Durch die Zählaktion werden Trends aufgezeigt

Der Naturschutzbund NABU ruft die Bevölkerung zum Vogelzählen auf.

Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende sind alle Naturfreunde aufgerufen, Vögel zu notieren und zu melden.

Genau diese Masse an Daten ist es, auf die der NABU setzt. Denn regelmäßig gesammelt und ausgewertet machen sie langfristige Trends und Entwicklungen sichtbar.

Es geht bei der Stunde der Gartenvögel nämlich nicht darum, die genaue Anzahl einer Vogelart an einem bestimmten Tag zu ermitteln. Dafür wäre eine solche Testreihe mit Laien auch viel zu fehleranfällig.

Es geht allein um die Aussage, wie sich eine Vogelart über die Jahre entwickelt und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können.

Vogeldaten liefern wichtige Hinweise - auch auf andere Umweltprobleme

Ein Spatz sitzt auf einem Ast

Spitzenreiter bei der Zählung 2017 war der Spatz.

Wenn zum Beispiel jedes Jahr weniger typische Feld- und Wiesenvögel gesichtet werden, dann lässt das für die Naturschützer den Rückschluss zu, dass die intensive Landwirtschaft diesen Tieren immer weniger Lebensraum lässt.

Und wenn die Zahl der gemeldeten Schwalben und Mauersegler über die Jahre hinweg immer geringer wird, dann ist es ein Hinweis darauf, dass die Hauptnahrungsquelle der Vögel, die Insekten, immer seltener wird. So liefern die Vogeldaten gleichzeitig wichtige Hinweise auf andere Umweltprobleme wie beispielsweise das Insektensterben.

Im vergangenen Jahr war der Spatz der am häufigsten gemeldete Vogel. Gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise. Wer diese Vögel auseinanderhalten kann, hat also beste Voraussetzungen dafür, um bei der Stunde der Gartenvögel mitzumachen.

Von Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Tobias Frey