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Elektroschrott wie Fernseher, Computer, Kabel liegen auf einem Haufen

SENDETERMIN Di, 12.3.2019 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen BW

Recycling von Elektromüll Vom Schrott zum Rohstoff

Die Firma Alba im pfälzischen Lustadt verarbeitet jährlich 50.000 Tonnen Elektroschrott, um wieder neue und wertvolle Rohstoffe zu gewinnen – wie z.B. Metall, Kupfer oder Plastik. Wir haben den Elektroschrott-Recycler besucht.

Ob altes Handy, defekter Laptop oder Röhren-Fernseher. In vielen deutschen Haushalten finden sich ausrangierte Elektrogeräte. Für die Verbraucher sind sie für nichts mehr zu gebrauchen. Doch in den Geräten stecken oft teure Edelmetalle wie Gold, Kupfer oder Platin. Recyclinganlagen wie die Firma Alba aus Lustadt haben sich zur Aufgabe gemacht, diese wertvollen Stoffe aus den alten Geräten zurückzugewinnen. Das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht lohnenswert, sondern schützt auch die Umwelt. Denn: Nicht alles was im pfälzischen Lustadt als Müll angeliefert wird, ist wirklich reif für die Tonne.

Weltweit über 20 Millionen Tonnen Elektromüll pro Jahr

Es sind Millionen von Tonnen, die weltweit an Elektroschrott jedes Jahr anfallen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass weltweit 20 bis 50 Millionen Tonnen produziert werden. Allein in Europa produziert jeder Bürger pro Jahr 20 Kilogramm Elektromüll. Nicht jedes Kilo kommt in den Recycling-Betrieben an. 150.000 Tonnen des in Deutschland produzierten Elektroschrotts landet nach Angaben des Bundesverbands Sekundärstoffe und Entsorgung (BVSE) in Müllverbrennungsanlagen. Damit wird nicht nur die Umwelt belastet, sondern es gehen auch die teuren Wertstoffe verloren. Aus dem gesamten Elektromüll können so nur 30 Prozent der Wertstoffe wiedergewonnen werden. Das liegt vor allem an der geringen Rücklaufquote des Elektroschrotts.

Händler müssen Elektroschrott zurücknehmen

Seit Juli 2016 soll deshalb das neue Elektrogesetz helfen. Kunden können seitdem ihre alten Elektrogeräte kostenfrei bei größeren Händlern von Elektro- und Elektronikgeräten abgeben. Diese müssen das neue Elektrogesetz verpflichtend anwenden. Es gilt für alle Händler und Vertreiber für Elektro- und Elektronikgeräte, die eine Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern haben.

Wie funktioniert die Rückgabe?
Einfach mit dem alten Gerät zum Elektrohändler gehen und abgeben. Dafür muss man nicht in den Laden gehen, in dem das Gerät gekauft wurde. Einen Kassenbon brauchen Sie zur Abgabe auch nicht. Was Sie allerdings beachten müssen: Sie können die Geräte nur in großen Läden abgeben. Zum Anderen gilt die Rückgabe nur für Kleingeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge.

Reparieren statt wegschmeißen

Anstatt die Geräte zu verschrotten, kann man sie auch verkaufen, verschenken oder tauschen. Geräte, die wenige Jahre alt sind, können über Internetportale oder Ankaufdienste weiterverkauft oder getauscht werden. Smartphones, auch günstige, lassen sich oft reparieren. Dafür kann man Dienste nutzen oder aber selbst tätig werden. Reparaturkits gibt es häufig schon günstig im Internet zu finden - inklusive Anleitung. Auch Repair-Cafés können helfen, Altes wieder neuer Verwendung zuzuführen. Vorsicht gilt allerdings bei sogenannten "fliegenden Händlern". Ihnen geht es vor allem darum, Geräte auszuschlachten und die im Gerät enthaltenen Metalle beziehungsweise metallhaltige Komponenten weiterzuverkaufen, oft in Entwicklungsländer, wo dann ein extrem gesundheitsschädliches, gefährliches Recycling erfolgt. Davon raten Verbraucherschützer dringend ab.