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SENDETERMIN Di, 25.7.2017 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Pfälzer Winzer setzt auf Pferdekraft Mit einem PS im Weinberg

Der Pfälzer Winzer Herbert Heußler in Rhodt unter Rietburg bestellt seine Wingerte mit dem Kaltblut Rico. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass das für Wein und Boden viel besser ist als der Einsatz von Maschinen.

Herbert Heußler ist einer der letzten Winzer der Region, die ihre Weinberge noch mit Pferden beackern. Rico ist sein Schwarzwälder Fuchs, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Der Kaltblüter ist Arbeitskollege und ziemlich bester Freund von Winzer Herbert Heußler.

Die beiden sind im pfälzischen Rhodt unter Rietburg zu Hause und fahren mit der Kutsche zum "grubbern" in den Wingert. Für Nicht-Pfälzer: Grubbern bedeutet "pflügen". Das macht Herbert Heußler mit einer echten Antiquität: In den 50er Jahren vom Schwiegervater gebaut. Der war Huf- und Wagenschmied.

Schonend und umweltbewusst

Pflug

Schmiedekunst aus den 50er Jahren im Einsatz.

Auf den alten Pflug hält er große Stücke: "Es ist heute noch das beste Gerät, das wir haben", sagt der Winzer. "Ich mach das schon mein ganzes Leben, ich habe in den vielen Jahren gesehen, dass das für den Boden einfach gut ist", erklärt er. Wenn der Boden nicht mit schweren Maschinen belastet würde, bliebe er fruchtbar. "In dem Boden ist eine Welt für sich und wenn man die nicht stört und die von oben gut behandelt, dann gibt die uns wieder viel Gutes zurück."

Ein Ökowinzer ist Herbert Heußler zwar nicht, aber er schätzt, der Betrieb sei "ganz nach dran". Wenn jeder Ökowinzer mit Pferden arbeiten würde, dann wären sie für Heußler richtige Ökowinzer. Denn sein Arbeitspferd spare in 15 Jahren 70.000 Liter Diesel.

Rosswingertweine bilden Qualitätsspitze des Weinguts

Pferd frisst Wein

Zugpferd Rico probiert die Blätter des Rosswingerts.

Der Sohn des Winzers, Christian Heußler, ist als Kellermeister für den Ausbau der Weine und die Vermarktung zuständig. Der Junior setzt bei seinen Weinbergen auf moderne Technik. Die Rosswingertweine seines Vaters bildeten allerdings die Qualitätsspitze des Weinguts, sagt er. "Man schmeckt definitiv einen Unterschied und man sieht es auch an den Trauben", betont er.

Die Wirtschaft mit den Pferden habe den Betrieb nach vorne gebracht, ihn bekannt gemacht. "Viele Leute kommen her und wollen sich erstmal davon überzeugen, was das Rosswingert ist" erzählt Christian Heußler. Auch bei Jüngeren gebe es ein Umdenken zurück zu den Wurzeln. Die schonende Bodenbearbeitung sei ein großes Thema. Und was könnte schonender sein als den Boden mit dem Pferd zu bearbeiten?