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Niedrige Grundwasserstände Baden-Württemberg trocken wie die Sahara?

Experten fürchten, dass Flüsse und Bäche austrocknen. Seit 1913 gab es diese Kombination aus niedrigem Grundwasser und wenig Regen nicht mehr. Nur durch wochenlangen Dauerregen wäre das auszugleichen.

Zwei Hände mit trockener Erde.

Die Böden sind viel zu trocken - sogar Bäche und Flüsse könnten austrocknen

Die Grundwasserstände in Baden-Württemberg sind extrem niedrig und fallen weiter. Die baden-württembergische Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Karlsruhe sagt, die Pegel seien so niedrig wie seit mehr als 100 Jahren nicht mehr, aufgrund der speziellen Kombination aus Niedrigwasser und kaum Regen. Selbst durch Regen oder Schneeschmelze werde das normale Niveau in diesem Jahr nicht mehr erreicht. Die Grundwasserreserven könnten sich deshalb nicht vollständig erholen. Die Landesanstalt spricht von einem "kritischen Niveau". Dieses könne für die Ökosysteme von Bächen und Flüssen zum Problem werden. Betroffen ist unter anderem der Rhein bei Karlsruhe.

Fragen an Petra Haubner, SWR Umwelt und Ernährung

Werden Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Sommer so trocken wie die Sahara?

Gonsenheimer Sand

Wald könnte in Trockenstress geraten

Nicht ganz. Aber trocken wird es, wenn es nicht bald richtig regnet. Vor allem in Baden-Württemberg - da hat es deutlich weniger geregnet als in Rheinland-Pfalz. Dort kann von Notstand keine Rede sein.

Aber in Baden-Württemberg sieht die Lage ganz anders aus. Wenn wir hier nicht bald richtiges Regenwetter bekommen und es mindestens zwei Monate durchregnet, kann es trocken werden im Sommer. Da Regen von den Wetterdiensten aber gerade nicht angesagt ist, bleibt es spannend. Dann können die Pegel locker ein bis zwei Jahre brauchen, bis sie sich wieder erholen.

Woher kommen diese niedrigen Grundwasserstände?

Die Natur folgt da einem Rhythmus: Die Grundwasserreserven werden immer im Winter aufgefüllt - zwischen November und April - und im Sommer aufgebraucht. Der Winter 2016 war aber deutlich zu trocken - nur etwa sieben bis acht Prozent des üblichen Niederschlags im Dezember zum Beispiel. Das lässt den Grundwasserpegel fallen. Seit 1913 gab es diese Kombination aus niedrigem Grundwasser und null bis wenig Regen nicht mehr. Also seit über 100 Jahren. Das sagt der Wasser-Experte Michael Wingering von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Baden-Württemberg.

Was bedeutet das? Weniger Trinkwasser? Wer muss unter den Auswirkungen leiden?

Eine Frau lässt Wasser aus dem Wasserhahn in en Glas einlaufen.

Trinkwasser könnte in hohen Lagen gefährdet sein

Das merkt vor allem die Natur - und natürlich die Landwirtschaft. Die Flüsse sind trocken und die Böden auch. Bis die sich wieder aufsaugen - wie ein Schwamm - das dauert erst mal. Die Folgen: Trockenstress für die Bäume. Das kann Folgen für die Obsternten haben. Die Fließgewässer würden nicht mehr genug Sauerstoff bekommen, darunter leiden dann die Fische.

In Sachen Trinkwasser werden es tatsächlich die hochgelegenen, einsamen Gebiete wie Hochschwarzwald, Kraichgau und so weiter merken. Also Gebiete, die auf eigene kleine Quellen angewiesen sind. Für den Rest Baden-Württembergs gilt: Keine Gefahr für das Trinkwasser - da die großen Städte und Gebiete an die Fernwasserversorgung angeschlossen sind. Also an der Front alles gut - in Bezug auf die Menge als auch auf die Qualität.

Online: Heidi Keller