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Im Klettergarten wird geübt, bevor es an den Fels geht

SENDETERMIN Di, 25.8.2015 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Klettern in Rheinland-Pfalz Zwischen Himmel und Erde

In der Nähe von Traben-Trarbach an der Mosel liegt der Kletterwald Mont Royal. Kinder können hier das tun, was laut Studien heutzutage viel zu kurz kommt: Auf Bäume klettern und die Natur erkunden. Kletter-Coach Andreas Scherer, ein ausgebildeter Priester, hilft die Herausforderungen zwischen Himmel und Erde zu bestehen.

SWR: Herr Scherer, wie würden Sie das Konzept des Hochseilgartens beschreiben? Ist es das Erkunden der eigenen Grenzen?

Andreas Scherer: Genau, ich kann hier selbst schauen, wo liegen meine persönliche Grenzen, bin dabei aber gesichert - das ist die Magie des Kletterwaldes. Unsere oberste Regel ist: Tue nichts, was du nicht tun willst. Die einen kommen mit Angst her, die anderen entwickeln zwischendrin einen gehörigen Respekt. Wo die Grenze genau ist, kann jeder nur für sich selbst entscheiden.

Andreas Scherer

Andreas Scherer

Ist das wirklich so einfach? Gerade wenn man mit einer Gruppe oder der Familie da ist, wo man sich doch oft etwas beweisen will. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Zweifellos kommt kommen alle diese Themen hier auch vor, aber wir versuchen diesen Druck herauszunehmen. Es gibt hier für jeden Schwierigkeitsgrad einen eigenen Parcours.

Kinder klettern kaum noch:
Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Wildtierstiftung ist die Hälfte aller vier- bis zwölfjährigen Kinder noch nie auf einen Baum geklettert. Mehr als die Hälfte der Eltern würde den Kindern das spielen im Wald sogar verbieten.

Die Kinder lernen hier ja nicht nur zu klettern, sondern auch loszulassen. Aber wem kann man denn wie viel zutrauen?
Wir sehen oft schon bei der Einweisung, bei wem wir aufpassen müssen, wen können wir wo ranlassen und welche Tipps müssen wir den Menschen geben, damit sie sich da leichter durchbewegen können.

Wenn man sieht, wie jung die Kinder teilweise sind, die dann in luftiger Höhe weitgehend alleine sind - fällt es leicht, sie gehen zu lassen?

Kinder im Hochseilgarten

Vater und Sohn - eine besondere Beziehung

Die Kinder sind nicht wirklich alleine, denn überall stehen unsere Jungs und Mädels und haben ein Auge auf die Kletterer. Kinder unter 14 Jahren dürfen beispielsweise auch nicht alleine klettern.

Wie wirkt sich das Klettern auf die Familien aus?
Das ist auch ein ganz spannender Aspekt in Sachen Familiendynamik: Wenn ich Väter und Söhne in die Bäume schicken, dann passiert da immer etwas in deren Beziehung. Und immer öfter sind es auch die Mütter, die mitklettern.

Sie haben mir verraten, dass sie zum Schluss der Touren oft mit den Leuten hoch auf eine Aussichtsplattform wandern, warum?
Die Gruppen sind oft den ganzen Tag geklettert, das heißt von unten in die Höhe aufgestiegen und sich dabei selbst begegnet sind und Erfahrungen mit sich selbst gemacht haben. Das ist ja ein "Über die-Dinge hinaus gehen". Und hier oben können sie den Blick dann noch einmal weiten.

Kletterland Rheinland-Pfalz:

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aus der Sendung vom

Di, 25.8.2015 | 18:15 Uhr

SWR Fernsehen

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