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Skyfarming Gigantische Gewächshochhäuser inmitten der Stadt

So ein Gewächshaus ist ja eine technisch-hochkomplexe Angelegenheit: Die verschiedenen Phasen des Wachstums, die klimatischen Bedingungen, das Licht - all das wird elektronisch gesteuert. Ist es denn überhaupt sinnvoll, soviel Energie zu verbrauchen, um einfach nur Reis wachsen zu lassen?

Model einer Gewächshochhausanlage

Reisanbau am Fließband

Das ist natürlich der Knackpunkt und einige werden sagen, dass sich das nicht rechnen wird. Da ist schon was dran. Das Modell ist energetisch zunächst natürlich mal ein Moloch, vor allem auf der Basis der heutigen Energieeffizienz. Die Einzelkomponenten müssen deutlich effizienter werden – das ist einer der ganz großen Forschungsansätze. Aber vielleicht kann man das mit dem Mondflug vergleichen: Wenn in den 50er Jahren nicht beschlossen worden wäre auf den Mond zu fliegen, koste es was es wolle, dann wäre eine unglaubliche Kettenreaktion an Technologieentwicklung nicht entstanden, von der wir heute sehr profitieren. In unserem Fall ist das ähnlich: Wenn man mit unseren heutigen Technologien ein solches Hochhaus einfach mal bauen würde, dann wäre das zunächst völlig nutzlos, weil die Komponenten noch nicht ineinander greifen. Ein solches Gewächshaus würde derzeit ein viertel Atomkraftwerk benötigen. Das wäre natürlich nicht sinnvoll. Es sind demnach wesentlich effizientere Energiequellen nötig. Außerdem werden Flächen immer teurer: Die Zahl der Menschen wird bis zum Jahr 2100 schätzungsweise auf neun Milliarden ansteigen. Um alle zu ernähren muss einfach intensiviert werden. Das bedeutet auch, dass anders gedüngt werden muss. Zurzeit wird Mineraldünger fast ausschließlich unter Nutzung fossiler Brennstoffe hergestellt - auch dieser Mineraldünger wird irgendwann enorm teuer werden.

Ackerbau bis zum Horizont

Felder bis zum Horizont - wird Skyfarming diese Art der Landwirtschaft ersetzen?

Meinen Sie, dass Skyfarming die Landwirtschaft der Zukunft sein wird?

Nein, das glaube ich nicht. Zwar könnte ein Großteil der in den Städten produzierten Nahrungsmittel, vor allem der Grundnahrungsmittel, in einem solchen Skyfarming-System wachsen. Auf diese Art und Weise kann die städtische Ernährung besser geregelt und beeinflusst werden. Aber es wird immer Menschen geben, die mit ihren Händen in der Erde wühlen und auf ihrer Scholle ihre Dinge anbauen - das wird sich nicht ändern.

Skyfarming kann also ein Baustein der Landwirtschaft, speziell der städtischen Versorgung werden. Wann könnte Skyfarming denn mehr als bloße Zukunftsmusik sein?

Im Prinzip ist das nur eine Frage des Geldes. Also wenn jemand bereit ist, entsprechende Summen zu investieren und die Leute die daran forschen auch tatsächlich zu bezahlen, dann ist Skyfarming wahrscheinlich relativ schnell realisierbar. Nur im Moment ist es noch so, dass sich keiner richtig herantraut. Nur wenn heute nicht damit begonnen wird, wird uns die Technologie dann fehlen, wenn wir sie wirklich brauchen. Wir möchten Gewächshochhäuser bauen, die ökologisch sinnvoll und ressourceneffizient sind.