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Internationale Grüne Woche in Berlin "Wie schmeckt die Zukunft?"

Die weltweit größte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin hat begonnen. Eine Mischung aus Tradition und Lifestyle soll die Besucher locken. Auch der Südwesten ist dabei.

Kälbchen streicheln, Traktoren bestaunen und ganz viel Kulinarisches probieren! Das ist die Grüne Woche. In Berlin ist die 84. Ausgabe der Messe eröffnet. Fast 1.800 Austeller aus 61 Staaten - damit wird die diesjährige Grüne Woche zur Rekordausgabe. Erwartet werden neben zahlreichen Politikern aus dem Inland auch rund 70 Landwirtschaftsminister aus aller Welt. Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Finnland. Die Veranstalter rechnen während der zehn Tage Messebetrieb - bis 27. Januar - mit rund 400.000 Besuchern.

Landwirtschaft 4.0: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) betrachtet eine Plastikkuh in einem Hightech-Stall mit Drohnenüberwachung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wirbt für Landwirtschaft 4.0 - am Messestand bei der Grünen Woche in einem Hightech-Stall mit Drohnenüberwachung.

Auch wenn lebende Tiere, Landmaschinen und regionale Spezialitäten weiterhin die Zugpferde der Messe sind, die Macher setzen auch auf jüngere Themen: Trend-Lebensmittel, Streetfood-Wagen oder Food-Startups bevölkern die Messehallen.

Auch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz präsentieren sich

Schwarzwälder Schinken und Würste im Pavillon von Baden-Württemberg bei der Internationalen Grünen Woche.

Schwarzwälder Schinken und Würste im Pavillon von Baden-Württemberg.

Vertreten auf der Messe ist auch der Südwesten. Am Stand von Rheinland-Pfalz als Deutschlands Weinland Nummer Eins erwartet die Besucher eine Weinlounge. Zehn Weingüter und Kellereien präsentieren ihre Tropfen. Auch Pfälzer Saumagen und Hunsrücker Spießbraten fehlen nicht.

Baden-Württemberg lockt die Besucher an 20 Ständen unter anderem mit Apfel-Secco und Wein, Spätzle, Maultaschen, Wurstsalat oder Schwarzwälder Kirschtorte.

Treffpunkt der Landwirtschaftsbranche mit der Politik

Für die Bauern hat eine Grüne Woche immer zwei Seiten. Zum einen ist sie Branchentreff und politischer Verhandlungsort. Verbände, Minister, Medien - sie alle sind vor Ort. So wird viel über knallharte politische Themen gesprochen. "Wir werden die Zukunft der Europäischen Agrarpolitik diskutieren", sagt Bauernverbandspräsident Joachim Ruckwied.

Zum anderen stehen aber auch das Insektensterben, die Folgen des Brexits für die Landwirtschaft oder das geplante Tierwohl-Label des Einzelhandels bei vielen Gesprächen und Diskussionen auf dem Programm.

Knuddelige Bauernhof-Tiere für Besucher - und angesagte Lifestyle-Produkte

Landwirtschaftliche Produkte stehen im Mittelpunkt der Grünen Woche.

Landwirtschaftliche Produkte stehen im Mittelpunkt der Grünen Woche.

Auch dieses Jahr lockt wieder ein Erlebnisbauernhof die Besucher, darin - neben Kühen und Schweinen - auch viele Landmaschinen. Doch die Grüne Woche will noch mehr bieten als nur einen in die Messehallen verlegten Bauernhof.

Die Veranstalter setzen auch auf jüngere Zielgruppen, sagt der Projektleiter der Grünen Woche bei der Messe Berlin, Lars Jaeger. "Wir haben die Vegan-Produkte, Bio sowieso, Start-Ups spielen eine große Rolle. Die Frage, wie schmeckt die Zukunft? Welche Rolle spielen dabei beispielsweise Insektenburger?" Abzuwarten, wie das bei den Besuchern ankommt.

Zwar gehört das Durchprobieren von Stand zu Stand zum festen Bestandteil jeder Grünen Woche, doch die meisten dürften eher Interesse an den zahlreichen regionalen Spezialitäten wie Grüne Soße oder Eierschecke zeigen. Auf den Geschmack der doch eher traditionell ausgerichteten Besucher setzen deshalb auch die meisten kulinarischen Angebote. Insektenburger, soviel steht fest, wird man hier vergebens suchen.

Von Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung, z. Zt. Berlin | Online: Heidi Keller