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Insekt des Jahres Gemeine Skorpionsfliege klaut Spinnenbeute

Die Gemeine Skorpionsfliege ist Insekt des Jahres 2018. Das haben der Naturschutzbund NABU und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bekannt gegeben. Giftig ist sie aber nicht.

Skorpionsfliege

Die Skorpionsfliege benutzt ihren Stachel zum Festklammern des Weibchens.

Auch wenn ihr Name etwas anderes vermuten lässt: Die Gemeine Skorpionsfliege ist für Menschen nicht gefährlich; sie sticht auch nicht. Aber am Ende des Hinterleibs haben die Männchen ein deutlich verdicktes rotes Genital-Segment, das sie meist nach oben gekrümmt tragen - und das an den Stachel eines Skorpions erinnert.

Diese Insekten werden bis zu drei Zentimeter lang. In Europa kommen sie häufig vor - zum Beispiel an Waldrändern, in Gebüschen und auf Wiesen.

Skorpionsstachel notwendig für die Paarung


Michael Haas, Insektenkundler vom Naturkundemuseum in Stuttgart, erklärt das so: "Sie hat den Namen daher, dass das männliche Tier diesen Skorpionsstachel hat. Er ist überhaupt nicht giftig, sondern dient der Paarung. Es ist kein Stachel, sondern ein Klammerorgan, um das Weibchen festzuhalten bei der Paarung."

Skorpionsfliegen räubern Insekten aus Spinnennetzen

Bei der Nahrung sind Skorpionsfliegen wenig wählerisch: Sie fressen reifes Obst, Blütennektar und Pollen, aber auch Kot und tote Insekten. Gelegentlich fliegen sie Spinnennetze an, und sie fressen die Insekten, die dort gefangen sind." Insektenkundler sprechen von "Kleptoparasitismus".

Haas sagt: "Die Spinne lässt den Räuber ungestört fressen. Warum sich Spinnen das gefallen lassen, ist noch nicht erforscht."

Von Stefanie Peyk, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller