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SENDETERMIN Di, 28.8.2018 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Es fehlt an Nahrung Immer weniger Vögel in Deutschland

In Deutschland gibt es immer weniger Vögel. Warum das so ist, untersuchen Hobby-Ornithologen an vielen Stellen des Landes. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Ursachenforschung.

Der Vogelbestand in Deutschland geht stetig zurück. Doch warum ist das so? Um das herauszufinden, fangen Wissenschaftler bundesweit Vögel, um deren genauen Bestand zu erfassen. Einer von ihnen ist Markus Hundsdorfer, Hobby-Ornithologe aus der Vorderpfalz. Er erforscht für ein bundesweites Projekt, wie Singvögel Maisfelder als Lebensraum nutzen.

Die Tiere, die sich in einem zwischen den Maispflanzen aufgespannten Netz verfangen, werden vorsichtig geborgen und dann gewogen und vermessen. Schließlich bekommen sie einen Ring ans Bein, mit dessen Hilfe die Tiere künftig leicht identifiziert werden können.

Warum verbringt ein Mensch so viel Zeit mit aufwändigen Beringungs-Projekten? Einmal natürlich, um die Wissenschaft zu unterstützen, sagt Hundsdorfer. "Und zum anderen möchte ich natürlich, dass die Natur erhalten und weiterentwickelt" wird. Hin zu gesunden Landschaftsstrukturen. Dass die Vögel sich da wohlfühlen."

Zahl der Vögel nimmt ab

Markus Hundsdorfer (l.) und Axel Weiß

Der Hobby-Ornithologe Markus Hundsdorfer (l.) und SWR-Moderator Axel Weiß

Die Informationen, die die Hobby-Ornithologen mit ihren Aktionen sammeln, sind für die Wissenschaft unentbehrlich. Denn die Zahl der Vögel nimmt rapide ab - auch in Rheinland-Pfalz. Fast die Hälfte aller Vogelarten sei mittlerweile bedroht, sagt der Bad Dürkheimer Ornithologe Dieter Raudszus vom , der sich seit 1840 mit dem Naturschutz in Rheinland-Pfalz beschäftigt. Die Ursachen für das Vogelsterben seien vielfältig, "eine davon sind Monokulturen".

Eine natürliche Landschaft zeichne sich durch Vielfalt aus, betont Raudszus. Und die vielen verschiedenen Pflanzen und Tiere brauchten einander. "Viele Insekten sind ja auch wieder an verschiedenste Pflanzen gebunden als Nahrungspflanze. Und wenn die Nahrungspflanze fehlt, ist das Insekt nicht da." Und wenn das Insekt nicht da sei, fehle wiederum dem Vogel die Nahrung. Bei Monokulturen fehlten einfach die Wildpflanzen.

"Politik muss reagieren"

Dieter Raudszus

Dieter Raudszus: "Den Vögeln fehlt die Nahrung"

Er habe zwar "Verständnis für die Landwirtschaft, die so wirtschaften muss, um im Konkurrenzdruck zu bestehen", sagt Raudszus. Deshalb müsse sich in der Politik etwas ändern.

"Wir müssen den Landwirten, die bereit sind, für den Naturschutz was zu tun, eine Entschädigung dafür geben, dass sie einen Ackerrandstreifen lassen." Und je vielseitiger dieser Ackerrandstreifen ausgebildet sei, "umso mehr kann an Insekten aufkommen und umso mehr Vogelarten können sich daran laben und sich ernähren."

aus der Sendung vom

Di, 28.8.2018 | 18:15 Uhr

SWR Fernsehen