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Folgen des Winters Hungernde Hirsche in Hunsrück und Eifel

In einigen Regionen im nördlichen Rheinland-Pfalz verhungert offenbar Rotwild im Wald. Durch den langen Winter wird das Nahrungsangebot knapp. Jäger und Forstämter schieben sich gegenseitig die Schuld zu und streiten nun darüber, ob die Tiere gefüttert werden sollen oder nicht.

Ein Hirsch röhrt auf einer Wiese

Gibt es zu viel Rothirsche in der Eifel?

Unter den Folgen des harten Winters der vergangenen Monate leiden nicht nur die Landwirte - viele Tiere wie auch die Rehe und Hirsche in den Wäldern von Eifel und Hunsrück finden kaum noch Futter. Das rheinland-pfälzische Landesjagdgesetz verbietet es jedoch, die Tiere zu füttern. Ein unhaltbarer Zustand, sagen manche Jäger und fürchten, dass viele Tiere verhungern werden. Die Forstämter sehen das allerdings ganz anders: Nach ihrer Auffassungen lebt in den Eifelwäldern schlicht viel zu viel Wild, das außerdem die jungen Bäume wegfrisst. Und es gibt nicht wenige Naturschützer, die behaupten, das Fütterungsverbot werde nicht durchgängig eingehalten.

Bei ausgewogenen Beständen gibt es genügend Nahrung

Tote Hirsche

Forstämter: In der Eifel werden zu wenige Tiere geschossen

In der Tat scheint es so zu sein, dass das Verhältnis zwischen Rotwild und Futterangebot in bestimmten Regionen in Rheinland-Pfalz nicht wirklich stimmt. Bei einem gesunden Bestand und einer ausgewogenen Anzahl von Tieren müssten trotz hartem Winter nur wenige Tiere sterben - selbst bei einer geschlossenen Schneedecke finden Rehe und Hirsche normalerweise genügend zu fressen.

Wenn nun jedoch zu viele Hirsche zu wenig Futter finden und deshalb verhungern müssen ist das zwar hart, aber auch "natürlich". Denn das Gesetz der Natur lautet: Gibt es zu wenig Nahrung, sterben die Tiere bis die Anzahl so klein ist, dass das Futterangebot im Wald wieder für alle reicht.

Waldtiere suchen Nahrung beim Menschen

Hirsch im Vorgarten

Vorsicht: Hirsch im Vorgarten

Die Gefahr, dass das Rotwild aussterben könnte, besteht dabei nicht. Das wird an den teilweise extremen Beispielen deutlich, bei denen Landwirte beobachten mussten, wie sich Wildrudel mit bis zu 50 Tieren über die Futtersilos hermachten.

Das deutet ganz klar auf eine Überpopulation im Wald hin. Das Angebot an Himbeeren und Brombeerbüschen reicht nicht mehr aus - Tannen und Fichten sind abgenagt oder wachsen nicht mehr nach, weil sich zu viel Rotwild darüber her macht. Ein gesunder, kleinerer Tierbestand würde genügend Futter finden und müsste nicht bei Bauern plündern - zudem würden weniger Hirsche verhungern.

Die Jäger sind also gefragt, ihren Tierbestand der Größe des Waldes, sprich dem natürlichen Futterangebot anzupassen.