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SENDETERMIN Di, 28.6.2016 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Mit der Beluga II auf Plastikjagd Das schwimmende Labor

Bruchstücke von Plastikflaschen, Styroporkügelchen, kleine Fetzen von Plastiktüten oder Plastikperlen aus Kosmetikprodukten hat das Greenpeace-Schiff Beluga II in drei Monaten auf Rhein, Main und Donau eingesammelt. Vor allem das Mikroplastik bereitet den Umweltschützern Sorge.

Isabelle Mierau von Greenpeace Koblenz und ihre Kollegen haben durch Wasserproben untersucht, wie viel Plastik in unseren Flüssen schwimmt. Von April bis Ende Juni haben die Aktivisten mehr als 20 Wasserproben an unterschiedlichen Orten entnommen.

Manta-Trawl

Proben für die Plastikanalyse: Manta-Trawl geht zu Wasser

Dafür nutzen sie einen sogenannten Manta-Trawl; ein Gerät mit Strömungsmesser und Behälter. Mit ihm kann Plastik auf der Wasseroberfläche gesammelt werden. Eine halbe Stunde lang bleibt das Gerät im Wasser. Danach muss aus dem gesammelten organischen Material das Plastik ausgesiebt werden.

Peelingpartikel im Wasser

Neben kleinen Plastikteilen kommt vor allem Mikroplastik zum Vorschein: Partikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. Das sind kleinste Bruchstückchen von Plastik, Fetzen und Fasern - sowie kleine durchsichtige Kügelchen. Dieses Mikroplastik komme von Kosmetika, wie etwa Gesichtspeeling und anderen Reinigungsprodukten. "Die Inhaltsstoffe Polyethylen, Polypropylen und Nylon sind das Chemikerlatein für Plastik", sagt Sandra Schöttner von Greenpeace Hamburg.

Sandra Schöttner, Greenpeace

Sandra Schöttner, Greenpeace: Mikroplastik ist unsichtbare Gefahr

"Wir wollen vor allem den Menschen in Deutschland zeigen, dass wir ein Plastikmüllproblem haben, dass teilweise sehr unsichtbar ist: Mikroplastik", erklärt Sandra Schöttner. Mikroplastik nennt sie "die unsichtbare Gefahr", denn oberflächlich sehe das Wasser sauber aus. Erst bei genauerer Untersuchung, auch mit dem Mikroskop, zeige sich, wie schmutzig unsere Gewässer teilweise sind.

Wasserprobe bei Bingen

Wasserprobe mit Mikroplastik aus dem Rhein bei Bingen

Ob Mikroplastik oder größere Plastikteile, Tiere fressen es und verhungern mit vollem Magen. Mit einer kleinen Ausstellung möchte die Beluga jedes Mal, wenn sie Halt macht, auf diese Problematik aufmerksam machen. Sie zeigt, was sie auf ihren Expeditionen eingesammelt hat: Fischernetze aus Plastik aber auch allerlei Müll aus der Nord- und Ostsee, der zu Kunstobjekten verarbeitet wurde.

Unter dem Hashtag #Wellemachen posten bei Twitter und Facebook Unterstützer von Greenpeace für den Schutz von Flüssen und Meeren. Für die Aktivisten geht es nach zehn Wochen auf Rhein, Main und Donau nun raus aufs Meer.

aus der Sendung vom

Di, 28.6.2016 | 18:15 Uhr

SWR Fernsehen

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