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Giftige Brennhaare an Raupen Allergien durch Eichenprozessionsspinner

In Rheinland-Pfalz wurden bereits Spielplätze gesperrt wegen der giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners. Auch in Baden-Württemberg sind die unangenehmen Tierchen im Anmarsch.

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen an Baumstamm entlang

Eichenprozessionsspinner schädigen nicht nur die Eichen - sie sind auch für Menschen giftig.

Wegen der Gefahr durch die giftigen Larven des Eichenprozessionsspinners haben die Behörden in Rheinland-Pfalz verschiedene Spielplätze gesperrt. Auch in Baden-Württemberg sind die unangenehmen Tiere bereits aufgetaucht.

Nach Angaben der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg sind die Larven des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Stadtgebiet Freiburg aktuell bereits im vierten von insgesamt sechs möglichen Larven-Stadien. Das heißt, sie entwickeln bereits giftige Brennhaare.

Eichen abfressen im Prozessions-Modus

Eichenprozessionsspinner

Als Schmetterling ist das Insekt ungefährlich.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein einheimischer Falter. Massenhaftes Auftreten der lästigen Larven ist ein natürliches Phänomen und eine bekannte, wenn auch unangenehme Begleiterscheinung des Sommers.

Gegen Abend machen sich die Raupen in den Kronen der Eichen in Gruppen von bis zu 30 Stück wie in einer Prozession auf Futtersuche - daher der Name. Sie werden bis zu 3,5 Zentimeter lang, sind bläulich-schwarz und seitlich weiß. Die langen weißen Haare brechen sehr leicht ab.

Hochallergenes Kontaktgift in den Raupenhaaren

Ein Mann krazt sich an der mit Quaddeln überzogenen Haut.

Außer Raupendermatitis mit Juckreiz und Brennen können auch Atemwegsprobleme auftreten.

Diese Haare sind genau das Problem: Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten das Kontaktgift Thaumetopein. Wer damit in Kontakt kommt, kann rote Pusteln auf der Haut bekommen - oder auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit, Bindehautentzündung, Atemnot und sogar Asthma.

Das Schlimme daran: Nicht nur an den lebenden Raupen kann man sich die Haut regelrecht verätzen und eine sogenannte Raupendermatitis mit Juckreiz und Brennen bekommen. Auch von alten Raupennestern geht Gefahr aus - die Raupenhaare sind sehr lange beständig: Sie reichern sich wie ein Giftstoff über Monate und Jahre hinweg im Gelände an, sie können sogar durch die Luft fliegen, sie halten sich auch im Unterholz, heften sich bei Berührung an Kleider und Schuhe und brennen immer wieder aufs Neue.

Entfernung der Raupennester mit Spezialgeräten

Mann in Schutzanzug und Atemmaske saugt Nest des Eichenprozessionsspinners vom Baum

Mitarbeiter der Stadt müssen sich bei ihrem Einsatz mit Anzug und Atemmaske schützen.

Auf betroffenen Spielplätzen werden die Raupen am besten mit Spezialgeräten abgesaugt.

Es gibt auch die Möglichkeit, sie mit biologischen Mitteln zu bekämpfen, die speziell Schmetterlingsraupen töten. Aber dann sind auch alle anderen Schmetterlingsarten gefährdet. Und alle natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners - der Kuckuck, einige Käfer und auch Schlupfwespen - hätten dann weniger zu fressen.

Elke Klingenschmitt, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller