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Gefährliche Infektion durch Stechmücken West-Nil-Virus erstmals in Deutschland

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein West-Nil-Virus bei einem Vogel entdeckt worden. Der Fieber-Erreger kann auch für Menschen gefährlich werden. In Südeuropa gab es bereits knapp 50 Todesfälle - vor allem bei geschwächten und älteren Personen.

Buschmücke, Mückenstich

Übertragen wird das West-Nil-Virus von Stechmücken.

Das Friedrich-Löffler-Institut, eine Bundesforschungsstelle für Tiergesundheit, fand den Virus bei einem Bartkauz. Der Vogel hatte in einer Voliere bei Halle an der Saale gelebt. Mitte August war das Tier plötzlich verstorben.

Stechmücken übertragen Erreger

Bartkauz

Ein Bartkauz in einer Voliere starb an dem West-Nil-Virus.

Übertragen wird das West-Nil-Virus von blutsaugenden Stechmücken. Deshalb müssen die Wissenschaftler vom Friedrich-Löffler-Institut nun herauszufinden: Haben sich in der Umgebung von Halle Stechmücken ausgebreitet, die den Erreger in sich tragen? Oder gab es einen anderen möglichen Eintragsweg?

Eine Antwort auf diese Frage ist wichtig, weil das West-Nil-Virus auch für Menschen gefährlich sein kann. Besonders bei älteren und geschwächten Personen kann es im Einzelfall tödlich enden. Deutschland war bisher vom West-Nil-Virus verschont geblieben. Vereinzelte Erkrankungen hatten sich alle auf eine Infektion im Ausland zurückführen lassen.

Todesopfer in Südeuropa

Virus, West-Nil-Virus, Fiebererreger

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein West-Nil-Virus nachgewiesen worden

Dagegen häufen sich derzeit die Todesfälle in Südeuropa und auf dem Balkan. Allein in Serbien sollen in diesem Jahr bereits 21 Menschen an dem Virus gestorben sein. Typische Symptome der Erkrankung sind anfangs Muskel- und Kopfschmerzen. Die Lymphknoten schwellen an. Das Fieber steigt. Zum Teil können auch Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Etwa ein Drittel der Patienten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Wenn sich die Entzündung noch auf das Hirn oder die Hirnhäute ausweitet, kann die Infektion tödlich enden.

Von Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Petra Thiele