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Geänderte Flugrouten Zugvögel reagieren auf Klimawandel

Eine finnische Studie belegt, Zugvögel kehren immer früher zurück. Die Erderwärmung und der Klimawandel sorgen dafür, dass sie ihr Verhalten ändern.

Zugvögel fliegen durch die Luft.

Zugvögel lernen dazu und kommen früher zurück.

Je früher der Frühling beginnt, desto früher beginnt auch die Wanderung der Zugvögel von ihren Winterquartieren zurück in die Heimat. Beobachtet hat man das schon länger, aber jetzt haben es finnische Forscher in einer Langzeit-Studie dokumentiert. An 21 nordeuropäischen und kanadischen Vogelbeobachtungsstellen wurden insgesamt 195 Arten analysiert. Das Ergebnis: Der typische Zugvogel kommt im Mittel eine Woche früher zurück als noch vor 50 Jahren.

Zugvögel brauchen in mehreren Regionen ein ökologisches Gleichgewicht

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Landeplätze an der Ostsee und dem Bodensee sind Rastplätze für viele Zugvögel.

Der Klimawandel macht den Zugvögeln ohnehin stärker zu schaffen als anderen Tieren, da sie gleich an mehreren Orten der Welt auf intakte Verhältnisse angewiesen sind: an den Brutplätzen genauso wie an den Rastplätzen und dann im Überwinterungsgebiet.

Das hat zur Folge, dass sich ihr Zugverhalten generell ändert. Manche Vögel ziehen gar nicht mehr oder fliegen viel kürzere Strecken als früher.

Vögel passen sich Klimawandel an und lassen Wanderung bleiben

Rotmilan 1

Der Rotmilan, bedrohter Greif- und Zugvogel.

Rotmilane und Graugänse zum Beispiel fliegen nicht mehr bis in den Mittelmeerraum oder zum Atlantik. Sogar bei Störchen und Staren beobachtet man, dass die Zahl der Vögel, die gar nicht mehr ziehen, steigt. Eine Vermutung, warum das so ist: Die Vögel lernen, dass sie die beschwerliche Reise gar nicht mehr auf sich nehmen müssen, weil sie in den zunehmend milden Wintern auch in ihren Brutgebieten genug Futter finden.

Das Zugverhalten passt sich also langsam den klimatischen Bedingungen an. Aber grundsätzlich passen sich Vögel flexibel den aktuell herrschenden Wetterbedingungen an. Das heißt, ist der Winter im Brutgebiet streng, warten sie auf der Rückreise in wärmeren Gebieten ab - oder sie drehen einfach wieder um, dorthin, wo es ausreichend Futter gibt.

In Deutschland verlassen jedes Jahr über 200 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete und fliegen nach Südeuropa oder Afrika. Dazu kommen weitere 300 Millionen Zugvögel, die Deutschland als Transitland nutzen oder hierbleiben. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie, Radolfzell, betreut die "Movebank", eine Datenbank, mit der Tierwanderungen weltweit verfolgt werden können (Webseite in Englisch).

Online: Heidi Keller