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SENDETERMIN Di, 26.3.2019 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen BW

"Forellengut Rosengarten" in Trassem Nachhaltige Fischzucht

Weltweit essen wir 90 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr und fischen somit unsere Meere leer. Wir müssten unseren Konsum um die Hälfte reduzieren, um auch in den nächsten Jahrzehnten Fische in unseren Meeren überhaupt noch sehen zu können. Deshalb rücken Alternativen wie die Aquakultur immer mehr in den Fokus.

Das "Forellengut Rosengarten" betreibt seit 60 Jahren Fischzucht. In 30 Teichen tummeln sich Bachforellen, Karpfen, Störe, Regenbogenforellen, Saiblinge und vieles mehr. Marc Rosengarten hat den Betrieb vor 20 Jahren übernommen und betont mehr denn je die Nachhaltigkeit: "Wir arbeiten mit einer Firma zusammen, die auf Fischmehl und Fischöl verzichtet und durch Algen ersetzt", erzählt er. "Damit wir nicht die Meere durch den Fang von Kleinfischen zur Produktion von Fischmehl belasten." Dafür setzt sein Teichmanagement auf eine geringe Besatzdichte mit nur drei Fischen auf 100 Litern. Und auf Chemie wird komplett verzichtet. Dafür braucht er aber auch viel Geduld, bis aus den Fischeiern ausgewachsene Exemplare zum Verkaufen werden – bis zu 24 Monate kann das dauern.

Am meisten fasziniert Marc Rosengarten die Aufzucht, und da ist viel Handarbeit gefragt. Zunächst werden wie aus einem Brutkasten abgestorbene Fischeier mit einem Schlauch einzeln herausgepickt, damit sie die gesunden Eier nicht infizieren. Das ist reine Tüftelarbeit bei einigen tausend Eiern pro Becken. Im Becken nebenan schlingern neun Wochen alte Bachforellen, die noch nicht schwimmen können. Diese Entwicklungsschritte beeindrucken den Fischzüchter auch nach 20 Jahren am meisten: "Es fasziniert mich immer wieder, wie aus so kleinen Fischen so große Lebewesen werden", sagt er fast gerührt.

Zwei Jahre Aufzucht

Aber nach zwei Jahren sind die Fische dann so weit, dass sie vermarktet werden. Nach dem Schlachten werden die Innereien maschinell entfernt, dann kommt ein Teil in den Frischverkauf, ein anderer in die Räucherkammer. Um die Frische eines Fisches zu testen, hat der Fischwirtschaftsmeister einige Tipps parat: "Als Käufer empfehle ich die Druckprobe. Wenn ich mit dem Daumen drücke, bildet sich keine Delle. Wenn man dann mit der Hand darüber streift, sollte der Fisch noch einen leichten Schleimanteil haben. Und der Klassiker sind die roten Kiemen als Zeichen, dass der Fisch bis vor kurzem Durchblutung hatte."

Auch Besuchergruppen kommen häufig auf das Forellengut. Sie werden seit Jahren von einem guten alten Bekannten begrüßt, einem 20 Jahre alten Stör. Marc Rosengarten nennt ihn "Streichelstör": "Der ist auch nicht zum Verkaufen, der kriegt sein Gnadenbrot und ist schon seit Ewigkeiten hier. Und im Sommer ist er so zahm, wenn Kinder ihm Futter geben, kommt er."

aus der Sendung vom

Di, 26.3.2019 | 18:15 Uhr

SWR Fernsehen BW