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EU-Umweltminister wollen Plastikflaschen vermeiden Wie man Kranwasser attraktiver machen kann

Plastik-Wasserflaschen sind ein Umweltproblem und eigentlich überflüssig: Denn Leitungswasser ist genauso gut, manchmal sogar besser- sieht aber geizig aus.

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas

Wer Leitungswasser trinkt, handelt umweltbewußt.

Seit Jahren rufen Umweltschützer und Politiker auf, mehr Kranenburger zu trinken, aber es passiert nur wenig: Jetzt haben die EU-Umweltminister beschlossen, dass die Europäer künftig mehr Leitungswasser trinken sollen.

Tipps von SWR-Umweltredakteurin Susanne Henn

Zitronenscheibe und Pfefferminz-Blättchen

Karaffe mit Wasser, Eiswürfel und Obst

In einer Karaffe sieht Kranenburger gut aus.

Wer Wasser aus dem Hahn trinkt, ist nicht geizig, sondern umweltbewusst. Diese Erkenntnis hat sich leider noch nicht durchgesetzt. Das sorgt dafür, dass viele Menschen, die zu Hause Leitungswasser trinken, schnell ein paar Flaschen kaufen, sobald Gäste kommen. Völlig überflüssig. Eine Karaffe mit Zitronenscheibe und Minzblättern sieht nicht nur gut aus, sondern kann – so das Umweltbundesamt - qualitativ mit gekauftem Wasser locker mithalten.

Trinkgeld auch für den Wasser-Service

Wasserglas mit Besteck

Südeuropäische Wirte servieren Wasser gratis.

Geiz ist auch das Thema in Lokalen. Wenn man dort um ein Glas kostenloses Leitungswasser bittet, wird man bei uns meist noch komisch angeschaut und fühlt sich wie ein Schnorrer.

Das ist in vielen EU-Ländern anders: In Italien, Frankreich oder Österreich steht die Wasser-Karaffe selbstverständlich auf dem Tisch. Das macht dem Wirt zwar ein wenig mehr Arbeit, aber kaum Kosten. Ein Liter Wasser aus dem Hahn schlägt mit gerade mal 0,2 Cent zu Buche. Aber zufriedene Gäste lassen mehr Trinkgeld liegen, so dass sich diese Mini-Investition lohnt.  

Nun soll es mehr Trinkbrunnen geben

Frau an einem Brunnen für Trinkwasser

Schöne Erfrischung unterwegs oder für daheim: frisches Quellwasser, selbst gezapft.

Problematisch wird es, wenn man unterwegs seine Trinkflasche wieder auffüllen will. Nicht jeder hat Lust, dafür auf Bahnhofstoiletten zu gehen. Öffentliche Brunnen und Trinkstellen, aus denen auf Knopfdruck Wasser läuft, sind in Deutschland aber immer noch selten. Anders als beispielsweise in den USA. Doch das soll sich bald ändern: Die EU-Umweltminister haben beschlossen, dass künftig in ganz Europa mehr Trinkwasser-Stellen aufgestellt werden sollen.

Sprudel selber machen

Bleibt noch das Problem, das Wasser aus dem Hahn naturgemäß immer stilles ist. Es gibt aber Menschen, die trinken lieber Wasser mit Kohlensäure. Für sie gibt es ein breites Angebot an Sprudel-Maschinen, mit denen man schnell Sprudel selbst herstellen kann.

Das geht nicht nur zu Hause, sondern auch im Büro. Da kann man sich so ein Gerät gemeinsam mit Kollegen anschaffen. Mittelfristig ist dies auch günstiger, als wenn man sich Flaschen in der Kantine kauft oder mitbringt. Im Angebot kosten Wassersprudler 40 Euro.

Online: Petra Thiele