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Eisheilige Mitte Mai Sind die Bauernregeln noch aktuell?

Gärtner aufgepasst: Zwischen dem 11. und dem 15. Mai ist die Zeit der Eisheiligen. Bodenfrost wirkt derzeit unwahrscheinlich - dafür droht eine andere Gefahr.

Traktor fährt in großer Staubwolke über Acker

Ist der Mai zu trocken, drohen Ernteausfälle.

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia heißen die Eisheiligen. Die Gedenktage der Bischofe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert liegen zwischen dem 11. und dem 15. Mai. Mit ihnen sind zahlreiche Bauernregeln verbunden:

"Pankraz, Servaz und Bonifaz machen erst dem Sommer Platz"

Zumindest in diesem Jahr dürfte diese Regel nicht gelten. Man hat bereits seit Wochen das Gefühl, dass der Sommer da ist - zumindest phasenweise. Trotzdem aber gilt:

"Die kalte Sophie macht alles hie"

Soll heißen: Wer jetzt schon empfindliche Pflanzen ins Freie gesetzt oder eingepflanzt hat, den kann es kalt erwischen, falls es nochmal Nachtfrost gibt. Denn die kalte Sophie, die Letzte der Eiheiligen am 15. Mai, soll der letzte Tag im Frühjahr sein, an dem es nachts noch so kalt werden kann.

Ist das tatsächlich so? Ja und nein. Das letzte Mal gab es frostige Nächte Mitte Mai im Jahr 2006. Rein statistisch gesehen ist ein Kälteeinbruch im Mai jedoch relativ häufig - mal am Anfang, mal in der Mitte, mal am Ende.

Frostränder an jungen Pflanzen

Frost im Mai eher eine Ausnahme.

Dieser Kälteeinbruch fällt sehr unterschiedlich aus, je nachdem, von welchem Niveau aus er startet. In diesem Jahr ist ja bereits eine Temperatur von 18 Grad im Vergleich zum letzten Wochenende eine deutliche Abkühlung - obwohl 18 Grad für diese Jahreszeit ganz normal sind. In anderen Jahren sah das anders aus, da konnte es deutlich frischer werden. Flächendeckend Nachtfrost gibt es Mitte Mai - außer in Höhenlagen und Tälern - aber eher selten.

Klimawandel und Erderwärmung haben dafür gesorgt, dass man die Eisheiligen als Gärtner nicht mehr so sehr fürchten muss. Für Menschen, die es gerne kühler haben kommt am 11. Juni auch schon die Schafskälte, die uns - mitten im Frühsommer - auch nochmal frische Temperaturen verspricht. Auch diese Bauernregel muss sich jedoch nicht zwangsläufig in jedem Jahr bewahrheiten.

Es gibt aber Bauernregeln mit einer höheren Trefferquote:

"Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun' und Fass"

Kühe vor dicken Regenwolken

Regnet es im Mai, freuen sich Landwirt und Natur.

Oder, anders ausgedrückt:

"Mairegen bringt Segen"

Diese Regeln stimmen auch heute noch fast immer. Denn wenn es um diese Jahreszeit zu trocken ist, wachsen die Pflanzen auf den Felder zu wenig und das kann sich bei der Ernte sehr unangenehm bemerkbar machen. Im Gegensatz zu frostigen Nächten müssen wir diesen Fall in diesem Jahr wirklich fürchten.

Von Susanne Henn, SWR-Umweltredaktion | Online: Sola Hülsewig