Bitte warten...

Bundesweite Batnight Die Nacht der Fledermäuse für alle

Wer sich für Fledermäuse begeistert, hat dieses Wochenende an vielen NABU-Standorten bundesweit Gelegenheit, bei Aktionen dabei zu sein. Auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Mausohren-Fledermäuse

Große Mausohren bewohnen großräumige Dachböden oder Höhlen.

Am Wochenende ist wieder Batnight, die internationale Nacht der Fledermäuse, am Samstag, 25. August, und Sonntag, 26. August. Sie soll die geschützten Tiere in den Mittelpunkt stellen. Im Moment ist Paarungszeit.

In Deutschland wird die Fledermausnacht vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) organisiert. Deshalb können Fledermausfreunde in den kommenden Tagen, bis in den September hinein, an vielen Orten bei Aktionen dabei sein.

Die bundesweite Hauptveranstaltung findet dieses Jahr im Mayener Grubenfeld in der Vordereifel in Rheinland-Pfalz statt. Dort wird am Samstag auch am späten Abend live auf einer Video-Großbildleinwand gezeigt, wie Biologen Fledermäuse fangen und untersuchen. Wie das genau abläuft, hat sich vor ein paar Tagen SWR-Umweltredakteurin Sabine Schütze angesehen, als sie mit Fledermaus-Experten des NABU unterwegs war.

Fledermäuse beobachten in ihrem Lebensraum

Flugsequenz einer Wasserfledermaus

Wasserfledermäuse jagen am liebsten über stehenden und fließenden Gewässern.

"Helles Gesicht, hautfarben, Ohren sind kurz. Ganz auffallend sind die großen Füße, verhältnismäßig groß für so eine kleine Fledermaus. Wasserfledermäuse neigen dazu, wenn sie fressen, richtig viel zu fressen. Also gerade wenn man die Weibchen fängt, dann denkt man, die sind schwanger, weil die so einen richtig großen Bauch haben. Die hören auch nicht auf zu fressen. Das ist Wahnsinn", erklärt Andreas Kiefer, Fledermaus-Experte beim NABU.

Wasserfledermäuse verdrücken rund 5.000 Mücken in einer Nacht, erklärt Kiefer weiter. Der Biologe steht vor einer Grube in Mendig, Stirnlampe auf dem Kopf, weil es mitten im Wald und stockdunkel ist. Am Stolleneingang haben er und andere Fledermausfreunde ein zartes Netz gespannt. Da hinein sollen die Tiere fliegen.

"In Mendig ist es so, dass wir sehr lange Zeit einfach nur Winterkontrollen gemacht haben. Und wir wissen hier über die Sommeraktivitäten, gerade über das Schwarmverhalten - was wir jetzt hier auch sehen - gar nichts. Und ich konnte das auch nicht vorhersagen, ist hier große Flugaktivität oder ist hier vielleicht auch gar nichts los."

1:25 min

Mehr Info

Batnight: Fledermäuse werden gemessen und gewogen

Schütze, Sabine

Viel los bei den geschützten nachaktiven Tieren

Kiefer sammelt die Daten nicht nur, um mehr über die Tiere zu erfahren. Es geht auch um gute Argumente gegen einen möglichen weiteren Basaltabbau, da die Grube Nell ein wichtiger Standort für die geschützten Fledermäuse ist. Deshalb werden die Tiere gefangen, gewogen, vermessen und klassifiziert, bevor sie wieder weiterflattern. Die kleinen Bartfledermäuse wehren sich massiv dagegen, untersucht zu werden.

Zwergfledermaus auf Annas Hand

So klein ist eine Zwergfledermaus.

Gegen Mitternacht ist der Andrang so groß, dass die Fledermausfreunde das Netz abnehmen müssen. Im Moment ist Paarungszeit und die Tiere wollen unbedingt in die Grube, um nach Partnern Ausschau zu halten. 60 Fledermäuse sind an diesem Abend ins Netz gegangen.

Kiefer freut sich: "Wir hatten sieben verschiedene Arten. Zwergfledermaus - ist zwar keine seltene Art, aber dass die hier in größerer Zahl unterwegs ist, hätte ich so nicht erwartet. Aber ist da. Toll. Bechsteinfledermäuse hatten wir noch zum Schluss gehabt. Alle Arten, die wir erwarten konnten. Für so einen Standort ist das ein tolles Ergebnis."

Online: Heidi Keller