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Blutige Beine Flohkrebse fallen Jungen in Australien an

Winzige Meerestierchen haben einem australischen Schüler am Strand die Beine blutig gebissen. Die kleinen Krebse kommen in allen Weltmeeren und auch in Süßwasser vor.

Das Bild zeigt die verbundenen Beine von Sam Kanizay, der am 07.08.2017 im Krankenhausbett in Melbourne (Australien) liegt.

Bis die Blutungen bei dem jungen Australier gestillt werden konnten, hat es Stunden gedauert.

Gespräch mit Elke Klingenschmitt, SWR Umwelt und Ernährung

Was sind Flohkrebse für Tiere? Die Wunden bei dem Jungen in Australien sehen ja schon gefährlich aus.

Sam Kanizay, der am 07.08.2017 im Krankenhausbett in Melbourne (Australien) einen Behälter mit kleinen Kreaturen hält, deren Identität noch nicht geklärt ist.

Sam Kanizay in Melbourne/Australien mit den kleinen Krebsen im Behälter

Flohkrebse gibt es auf der ganzen Welt. Mit ihren sieben Paar Beinen sehen sie aus wie kleine Garnelen. Aber sie sind winzig klein, meistens deutlich unter einem Zentimeter groß. Nur wenige Arten werden bis zu zwei Zentimeter groß. Sie ernähren sich von Plankton und Algen, aber auch von Aas, also von toten Insekten und anderen toten Kleinkrebsen.

So ein schlimmer Unfall wie bei dem australischen Jungen ist allerdings selten. Biologen gehen davon aus, dass der Junge durch langes Stehen im kalten Wasser schmerzunempfindlich wurde und die Bisse der Flohkrebse nicht gespürt hat.

In Australien leben viele gefährliche Tiere. Wenn ich als Urlauber nach Südeuropa oder an die Nordsee gehe - habe ich dort das gleiche Risiko?

Das Bild zeig einen Floh-Krebs in Nahaufnahme.

Flohkrebs im Süßwasser in Deutschland

Flohkrebse leben bei uns in Europa sowohl im Meer als auch im Süßwasser. Der Bachflohkrebs zum Beispiel, den finden wir auch im Bodensee. Die Flohkrebse aus dem Meer kommen oft auch gut im Süßwasser zurecht. Sie wandern auch den Rhein hoch und deshalb finden wir dort viele neue Arten.

Ich selbst bin schon in der Ostsee angepickt worden und wusste nicht, wovon. Das passiert besonders dann, wenn man schon kleine Schürfwunden auf der Haut hat. Die sind dann für Flohkrebse und kleine Fische besonders interessant. Aber schlimme Verletzungen sind das in der Regel nicht - man wehrt die Tierchen ja reflexartig ab. Ein Tritt in einen Seeigel ist viel schlimmer.

Online: Heidi Keller