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SENDETERMIN Di, 25.4.2017 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Der umstrittene Nager in Rheinland-Pfalz Es bibert wieder

Biber in Rheinland-Pfalz - sie breiten sich wieder aus. Das Comeback des schnuffigen Nagers ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Aber nicht alle freuen sich über das intelligente Tier.

Sie sind für vieles bekannt: Kläranlagen fluten, Bäume zerstören oder Abflussrohre verstopfen. Wenn Biber in der Nähe sind, machen sich Einwohner schnell große Sorgen um ihr Grundwasser.

Überflutete Landschaft

Überflutete Viehweide - Unbrauchbar durch Biberdamm

Die großen Nager sind in der Lage sich einen Meter tief in den Boden zu graben und Entwässerungsgraben von Landwirten zu zerstören. Schnell sind große Flächen vernässt, sodass sich Schilf und Gras breit machen.

Doch trotz der Risiken, besagt das Naturgesetz: Der Biber ist streng geschützt, man darf ihn weder vertreiben noch stören. Es stellt sich also die Frage: Wie findet man eine Balance zwischen Artenschutz und den Ansprüchen der Menschen?

Der Biber war's!

Konflikte treten allerdings nur dort auf, wo die menschliche Nutzung unmittelbar an Gewässern stattfindet. Biberröhren sind vor allem problematisch, wenn Wege oder Straßen durch den Einsturz der Gänge gefährdet sind. Auch der Bau von Biberdämmen kann Überflutungen herbeiführen. Aber auch Mais-, Zuckerrüben- oder Getreidefelder können dem Nager zum Opfer fallen.

"Alles halb so wild"

... sagt das Biberzentrum. Heutzutage können technische Sicherheitsmaßnahmen Straßen und Wege schützen. Das Biberzentrum in Rheinland-Pfalz rät zu Steinen am Ufer und zum Anpflanzen von Bäumen. So könne die Bodenstabilität gefestigt werden. Drahtgitter und eingelassene Umzäunungen können den Nager an der Zerstörung hindern.

Biber ein Wandertier

In den letzten Jahren wurde in Teilen Deutschlands, im Elsass und in Belgien der Biber erfolgreich wiederangesiedelt. Jetzt rechnet das Biberzentrum und Landschaftspfleger mit einer Zuwanderung in Rheinland-Pfalz. Der bis zu 35 Kilo schwere und über ein Meter lange Biber wandert durch die Gewässer - selten über Land. Seine stromlinienförmige Gestalt hilft ihm dabei. Jungtiere können sogar einige dutzende Kilometer zurücklegen. Mittlerweile hat Rheinland-Pfalz fast 150 Biber.


Die Biberbeauftragten

Das Internetportal für Landschaftspflege und Naturschutz (IPOLA) versucht ein lokales Netz von Biberbeobachtern aufzubauen. 2009 wurden in der Eifel die ersten Biberbetreuer durch das Landesamt ernannt. Und es kommt noch besser: Mittlerweile kann man sich im Rahmen der GNOR-Akademie zum Biberbetreuer ausbilden lassen. Hier werden die Teilnehmer über die Verbreitung, Lebensweise und Konfliktlösungen informiert.

Georg Gotting und Ewald Marx

Die Biberbeauftragten Georg Gotting und Ewald Marx machen sich für die Suche bereit.

Auch Georg Gotting und Ewald Marx sind frischgebackene Biberbeauftragte. Sie haben vor zwei Jahren am Silbersee bei Bobenheim-Roxheim die ersten Biberspuren entdeckt.

Der Schatz, nein, der Biber vom Silbersee

Die beiden Biberbeauftragten sind sich sicher: Ihre Geschichte endet nicht wie bei Loch Ness. Sie werden den Biber eines Tages wiedersehen. Eine kurze Begegnung mit "ihrem" Biber gab es. Seitdem nutzen sie jeden Vollmond und begeben sich auf die (Schatz)suche. "Der Biber fühlt sich hier bei uns wohl - wie im Schlaraffenland", sagt Marx überzeugt.


aus der Sendung vom

Di, 25.4.2017 | 18:15 Uhr

SWR Fernsehen