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Kirchenkrimi im Südwesten Die Räuberpistole um Johannes XXIII.

Die Erpressung

Johannes war der Papst, der das Konzil auf Druck von König Sigismund ursprünglich einberufen hatte. Er hoffte darauf, am Ende als einziger Papst aus der Versammlung hervorzugehen. Als aber im Januar 1415 diese Versammlung alle drei Päpste zum Rücktritt aufforderte, wurde ihm klar, dass er dieses Ziel nicht würde erreichen können. König Sigismund erreichte mit geschickten Verhandlungen, dass Johannes XXIII. in 18 Anklagepunkten - unter anderem unsittlicher Lebenswandel und wucherischer Handel mit Kirchenämtern - vorgeworfen wurde, er sei ein Ketzer und Kirchenspalter. Allerdings wurden diese Anklagepunkte nicht sofort veröffentlicht, sondern Johannes gleichsam erpresst: Wenn er zurückträte, würde er zumindest nicht mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt.


Die Flucht

Nach zähen Verhandlungen dankte Johannes schließlich ab. Er durfte jedoch die Stadt nicht verlassen, weil Sigismund fürchtete, er könnte von außerhalb das Konzil für ungültig erklären, womit die ganze Mühe zunichte gemacht wäre. Johannes fügte sich zum Schein, flüchtete jedoch als Reitknecht verkleidet zu Pferde in die Länder des Fürsten Friedrich von Tirol. Mit Friedrich hatte er einen Schutzvertrag, dieser nahm den Papst auch bereitwillig auf. Sigismund aber schickte ein Heer, so dass Johannes weiter fliehen musste.

Verurteilung und Kerker

Nach mehreren Zwischenstationen versuchte Johannes, über die französische Grenze zu gelangen und wurde dabei geschnappt. Dem ehemaligen Papst wurde der Prozess gemacht und er musste seine Strafe in der Veste Mannheim verbüßen, bis er sich 1419 freikaufen und nach Italien zurückkehren konnte.