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Kirchenkrimi im Südwesten Was war die Ausgangsposition?

Blick vom Vatikan auf den Petersplatz in Rom

Eigentlich residierten die Päpste in Rom

1414 gab es in der römisch-katholischen Kirche gleichzeitig drei Päpste: Papst Gregor XII. in Rom, Papst Benedikt XIII. in Avignon und Papst Johannes XXIII. in Bologna.

Dass es diese drei Päpste gleichzeitig gab, wird als das Abendländische Schisma bezeichnet. Schisma bedeutet Spaltung und bezeichnet die Trennung oder Spaltung innerhalb einer Glaubensgemeinschaft. Begonnen hatte dieses Schisma bereits 1378, als die Kardinäle zum ersten Mal einen "Gegenpapst" gewählt hatten. Und seit 1409 konkurrierten gleich drei Päpste um die Vorherrschaft in der katholischen Kirche. Unterstützt wurden sie darin jeweils von unterschiedlichen Herrschern. Die Situation darf man sich als durchaus dramatisch vorstellen: Der Einfluss der Kirche im Spätmittelalter auf die Politik und das ganze Leben der Menschen in Europa war groß – und nun drohte durch die Kirchenspaltung eine Glaubenskrise und eine Gefährdung der weltlichen Macht. Dies galt es unbedingt zu verhindern.


Das Konzil wurde vom römisch-deutschen König Sigismund organisiert, um die Einheit der Kirche zu sichern. Am Ende des Konzils sollte es nur noch einen Papst geben. Zudem strebte er für sich die Kaiserwürde an. Und dazu benötigte er einen allgemein anerkannten Papst. Als Ort des Treffens wurde Konstanz gewählt. Die Stadt am Bodensee war Reichsstadt, Bistumssitz und als Handelsstadt in ganz Europa gut vernetzt. So war sie für alle Teilnehmer relativ einfach zu erreichen und gleichzeitig konnte sichergestellt werden, dass die Versorgung der Besucher gesichert war. Außerdem kam keiner der Päpste von hier, Konstanz war also neutral.

3D-Anmination von Konstanz am Bodensee aus der Vogelperspektive vom See aus

Zur Zeit des Konzils hatte Konstanz etwa 6000 Einwohner