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Kirchenkrimi im Südwesten Das Konstanzer Konzil

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war in Konstanz am Bodensee die geistliche und weltliche Elite zu Gast: Im beschaulichen Konstanz entspann sich ein Krimi um die Macht in der Kirche - und damit in Europa.

1:50 min | So, 22.4.2018 | 10:45 Uhr | Geschichte & Entdeckungen | SWR Fernsehen

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3-D Animation vom mittelalterlichen Konstanz

So könnte Konstanz am Bodensee im späten Mittelalter ausgesehen haben. 1414 begann hier eines der wichtigsten Treffen Europas.

Was ist ein Konzil?

Als Konzil bezeichnet man eine Versammlung, bei der Kirchenvertreter über Fragen der Kirche und des Glaubens entscheiden. Zum Konzil von Konstanz hatte Papst Johannes XXIII. alle Kardinäle und Kardinalsanwärter geladen, außerdem weltliche Herrscher. Zusätzlich reisten viele Priester, Gelehrte und das Gefolge der europäischen Herrscher an. Dass es in Konstanz, also auf deutschem Reichsgebiet, stattfand, war jedoch das Werk des römisch-deutschen Königs Sigismund.

Worum ging es beim Konstanzer Konzil 1414-1418?

Das Konstanzer Konzil fand aus drei Gründen, den so genannten causae statt: in der causa unionis ging es um die Einigung des Papsttums, in der causa reformationis um Reformen innerhalb der Kirche und in der causa fidei um Glaubensfragen und die Bekämpfung der Ketzer. Das Konzil dauerte fast vier Jahre, von November 1414 bis April 1418. Doch trotz der langen Dauer wurde letztlich nur die causa unionis entschieden.

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Eine Stadt im Spätmittelalter

Konstanz und sein Konzil

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Konstanz war ein guter Ort für das Konzil, weil es über Europa hinaus gut vernetzt war. Bis nach Nordafrika reichten die Beziehungen der Stadt. Auf dem Konzil wollten die weltlichen und geistigen Herrscher die Papstfrage klären. Es gab zu dieser Zeit nämlich gleich drei Päpste und der Kirche drohte die Spaltung.

Konstanz war ein guter Ort für das Konzil, weil es über Europa hinaus gut vernetzt war. Bis nach Nordafrika reichten die Beziehungen der Stadt. Auf dem Konzil wollten die weltlichen und geistigen Herrscher die Papstfrage klären. Es gab zu dieser Zeit nämlich gleich drei Päpste und der Kirche drohte die Spaltung.

Eine Kirchenspaltung hätte große Auswirkungen auf die Menschen gehabt. Denn Kirche und Religion waren im Mittelalter ein zentraler Bestandteil des Lebens.

Eine Pilgerreise war für mittelalterliche Christen eine Möglichkeit, sich von ihren Sünden zu befreien. Je länger und schwieriger der Weg, desto besser - viele waren monatelang unterwegs.

Ulrich Richental schrieb eine Chronik über die Zeit des Konzils. Er berichtete nicht nur über wichtige politische Ereignisse wie die Flucht des Papstes oder die Verbrennung eines berühmten Ketzers. Auch den Alltag der Menschen beschrieb er.

Die historische Darstellung aus der Chronik Ulrich Richentals zeigt, wie das Konzil im Konstanzer Münster tagt. Den Vorsitz hatte der römisch-deutsche König Sigismund.

Der Restaurator Martin Senicki hat einen mittelalterlichen Fast-Food-Wagen nachgebaut. Fahrende Händler verkauften damit zur Zeit des Konzils Essen für die Besucher.

Schießwettbewerbe waren ein beliebter Zeitvertreib während des Konzils. Sie waren vermutlich die Vorläufer der heutigen Schützenfeste.