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Kirchenkrimi im Südwesten Konstanz zur Zeit des Konzils

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Konstanz zwar Bischofsstadt, das Stadtleben wurde aber mehrheitlich vom Bürgertum und den Patriziern geprägt. Außerdem war Konstanz rechtlich gesehen eine freie Reichsstadt, was ihr die Selbstverwaltung und die Unabhängigkeit vom Bischof ermöglichte. Im Zentrum der Stadt stand das Münster, das auch dem Konzil als Tagungsort diente. Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes wurde im Kaufhaus am See abgehalten.


Jede Menge Gäste

Die freie Reichsstadt Konstanz hatte zur Zeit des Konzils etwa 6.000 bis 8.000 Einwohner. Dazu kamen ab 1414 insgesamt 70.000 Besucher – eine große Herausforderung. Die Gäste aus ganz Europa mussten untergebracht werden, die hohe Geistlichkeit und die weltlichen Herrscher genauso wie die mitgereisten Delegationen, Händler und nicht zuletzt die Freudenmädchen, die die fleischlichen Gelüste der hohen Herren befriedigen sollten. Ein Chronist bemerkte: "In Konstanz gibt es nur ein Freudenhaus. Es reicht von einem Stadttor bis zum anderen." Der Konstanzer Bürger Ulrich Richental beschrieb die spätmittelalterliche Stadt und den Verlauf des Konzils.

"Multikulti" im Mittelalter

All diese Besucher mussten außerdem mit Lebensmitteln versorgt werden. Dabei war es von großem Vorteil, dass Konstanz als Handelsstadt gut vernetzt war und außerdem am fischreichen Bodensee lag. Außerdem trat ein neues Phänomen auf: Fahrende Bäcker aus Italien tauchten an allen Orten der Stadt auf und verkauften vor Ort gebackene Spezialitäten – das Fast Food war geboren.