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Ernährung im Mittelalter Das Mittelalter revolutioniert die Esskultur

Das Erbe der Römer

Die Römer hatten viele neue Ess- und Trinkgewohnheiten bis nördlich der Alpen gebracht. Besonders im römischen Reich bis zur Limes-Grenze setzte sich die neue Esskultur rasch durch. Obwohl im frühen Mittelalter am Rhein schon Wein getrunken wurde, war das typisches Getränk der Germanen die Cervisia. Das war ein ohne Verwendung von Hopfen gebrautes dunkles Bier.

Doch der Konsum von Wein wurde im Mittelalter immer wichtiger. Wo die klimatischen Bedingungen es zuließen, wie am Rhein und Bodensee, wurden immer mehr Weinreben angebaut. Seit dem Mittelalter wird Riesling kultiviert. Besonders in den Städten war der gegorene Saft sehr beliebt. Wein wurde häufig auch aus der Not getrunken. Er wurde zum wichtigsten Getränk, wenn das Wasser wegen der Verschmutzung der Bäche und Flüsse ungenießbar war.

Die hohe Obstkultur der Römer

Die Römer liebten das Essen schmackhaft und würzig. Die dafür nötigen Gewürze und Kräuter hatten sie bereits in der Antike in die römischen Provinzen nördlich der Alpen gebracht. Das sogenannte Propfen ermöglichte das Züchten und den Erhalt verschiedener Obstsorten. In Rom wurde diese Anbaukultur zur Perfektion entwickelt während sie in den germanischen Gebieten unbekannt war. Nördlich der Limes-Grenze sammelten die Menschen noch bis ins hohe Mittelalter hinein wilde Obstsorten in den Wäldern. Nach dem Ende des römischen Reiches wurde der Obstanbau auch im Norden des Landes immer wichtiger. Nach dem Ende des römischen Reiches setzte sich der Obstanbau auch im Norden des Landes immer weiter durch. Auch der Weinanbau wurde mit der römischen Technik des Pfropfens perfektioniert.

Essen in der mittelalterlichen Stadt

Markttreiben im Mittelalter

Markttreiben in einer mittelalterlichen Stadt

Während des Mittelalters veränderten die Menschen ihre Ernährung grundsätzlich. Wichtige technische Neuerungen, der Klimawandel, die Verbreitung der Dreifelderwirtschaft und der Kulturaustausch haben eine neue Esskultur hervorgebracht. Aber vor allem der christliche Glaube prägte die Essgewohnheiten der Menschen im mittelalterlichen Europa. Mit zunehmender Verstädterung im Mittelalter hob sich die städtische Esskultur immer mehr von den bäuerlichen Ess- und Trinkgewohnheiten ab.

Exotische Lebensmittel und neue Esskulturen

Eine mittelalterliche Stadt wie Konstanz lag verkehrsgünstig und hatte weltweite Handelsbeziehungen, auch für Lebensmittel. Neben Gewürzen wie Pfeffer, Zimt, Muskat, Nelken und Ingwer aus dem Orient nahm der Import von Reis, Datteln, Feigen und Rosinen aus dem Mittelmeerraum stetig zu. Auch Obst und Gemüse kam in der Stadt immer häufiger auf den Speiseplan.

Die internationale Küche

Restaurator Martin Senicki erklärt Moderatorin Lena Gantschow den mittelalterlichen mobilen Ofen

Der mobile Ofen funktioniert

Neben dem Handel mit exotischen Produkten wurde das Essen auch durch Migration verändert. Immer mehr Menschen verschiedener Herkunft drängten in die Städte des Mittelalters. Sie brachten eigene Essgewohnheiten mit und bereicherten die städtische Esskultur. Mit einer Art "mobilem Pizzawagen" versorgten italienische Bäcker die Besucher des Konstanzer Konzils. Das Konstanzer Konzil (1414-1418) war die größte Versammlung des Mittelalters. Das Zunftwesen wurde für diese Zeit aufgehoben, damit die Versorgung der Besucher gewährleistet werden konnte.