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Wirtschaftsfaktor Fastnacht Helau bringt richtig viel Geld

Die fünfte Jahreszeit sorgt nicht nur für gute Stimmung, sondern auch für volle Kassen: Karneval, Fasching oder Fastnacht lassen in vielen Branchen die Kassen klingeln.

Wirtschaftsfaktor Fastnacht: Karneval, Fasching und Co. lassen die Kassen klingeln

Für die Wirtschaft werden Fastnachts-Veranstaltungen wegen der hohen Umsätze immer wichtiger.

Bundesweit liegt der Umsatz in der fünften Jahreszeit bei gut zwei Milliarden Euro. 3.000 Unternehmen und mehr als 40.000 Mitarbeiter leben ganzjährig vom Karneval, so Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft im SWR-Interview. Es ist ein gigantischer Wirtschaftsfaktor, sagt auch Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte.

Faultier-Verkleidungen und Reh-Kostüme liegen im Trend

Karnevalcenter Wittlich

Bunte Anzüge und Kostüme gibt es im Karnevalcenter Wittlich zu kaufen.

Vor allem die Kostümbranche profitiert davon, die Nachfrage nach verrückten Verkleidungen steige immer weiter an. Das merkt auch der Kostümhändler Deiters, der unter anderem in Stuttgart, Koblenz, Mainz und Trier Filialen betreibt. Mittlerweile kommt das Unternehmen auf einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter als Stammpersonal - dazu kommen noch gut 400 Saisonkräfte.

Auch im Karnevalcenter Wittlich ist aktuell deutlich mehr los als sonst. Zwischen 20 Euro und 100 Euro geben die Kunden hier im Schnitt für ein Kostüm aus, verrät Inhaberin Karoline Mertes. Vor allem Kunden zwischen 40 und 60 Jahren würden viel Geld in Verkleidungen investieren. Ein großer Vorteil sei es, dass es immer mehr Motto-Partys gebe - Kunden würden deshalb selten das gleiche Kostüm mehrfach anziehen. Dazu gebe es jedes Jahr immer neue Trends: Dieses Jahr waren wir überrascht, dass Faultiere als Plüsch-Overalls sehr gut gehen. Laut Karoline Mertes vom Karnevalcenter Wittlich sind bei den weiblichen Faschingfans aktuell vor allem Reh-Kostüme gefragt.

Bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet geben viele Narren aber auch gerne mehr für Verkleidungen aus: Hier kosten die Hexenkostüme teilweise mehrere tausend Euro.

500 Tonnen Süßigkeiten für Narren und Faschingfans

Tanzgruppe beim Fastnachtsumzug in Ludwigshafen

Viele Faschingfans lassen sich ihr Kostüm viel Geld kosten.

Doch nicht nur die Kostümbranche profitiert von der fünften Jahreszeit, auch das Hotel- und Gastgewerbe kann sich über mehr Umsatz freuen. Ähnlich sieht es in der Süßwarenbranche aus: Da bei den Faschingsumzügen Bonbons, Lollipops oder Fruchtgummi als Wurfmaterial gefragt sind, haben die Hersteller in den vergangenen Monaten viele Süßigkeiten produziert.

Geschätzt werden jedes Jahr mehr als 500 Tonnen Süßigkeiten bei den Umzügen unter die Narren gebracht, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Allein beim Kölner Rosenmontagsumzug sollen es rund 300 Tonnen sein, in Mainz und Düsseldorf sind es geschätzt gut 60 Tonnen.

Von Petra Thiele, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Tobias Frey