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Aedes albopictus in Deutschland Was tun gegen die Tigermücke?

Sie kann gefährliche Krankheiten und sogar Parasiten übertragen - die Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus. Wie kann man sich vor ihr schützen?

Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke, Aedes albopictus, liebt schwül-warmes Wetter.

Fragen an Elke Klingenschmitt, SWR Umwelt und Ernährung

In welchen Regionen gedeiht die Tigermücke besonders gut?

Jetzt in diesem schwülen und heißen Sommer kann man sagen überall. Wenn das Wetter so ist wie jetzt vermehren sich alle Stechmücken rasant - also auch die Asiatische Tigermücke. Aedes albopictus, so ihr wissenschaftliche Name, lebt nicht nur in den Tropen. Sie fühlt sich auch in Ländern mit kühleren Wintern wohl, zum Beispiel in China, Japan, Südkorea und den USA. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Larven und Eier der Tigermücke auch Minustemperaturen überleben.

Wie gefährlich ist das Insekt?

Die Tigermücke ist so gefährlich, weil sie gefährliche Viruserreger übertragen kann, wie zum Beispiel das Denguevirus sowie das Chikungunya- und das Westnilfieber. Außerdem können sie sogar Fadenwürmer übertragen.

blaue Regentonne im Garten

Regentonnen sind ideale Brutplätze.

Dazu muss man sagen, dass diese Krankheiten nur dann von Mensch zu Mensch über die Mücke übertragen werden können, wenn es Menschen gibt, die erkrankt sind. In Italien, wo es bereits viel mehr Tigermücken gibt als bei uns, gab es vor zehn Jahren einen Ausbruch des Chikungunya-Fiebers. 200 Menschen sind damals erkrankt, einer ist gestorben. Vermutlich war damals die Tigermücke die Überträgerin des Virus.

Wie kann man Aedes albopictus bekämpfen?

Zunächst einmal so, wie alle anderen Stechmücken auch bekämpft werden: Man sollte vermeiden, dass sich die Larven im stehenden Wasser entwickeln können. Ideale Brutplätze sind zum Beispiel Regentonnen im Garten oder Blumenvasen auf dem Friedhof.

Die Regentonne im Garten kann man abdecken, damit Mücken keine Eier ablegen können. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein biologisches Präparat mit Bacillus thuringiensis anzuwenden. Das verhindert, dass sich aus den Larven Stechmücken entwickeln können. Sind die Mücken erst einmal da, kann man sie auch mit chemischen Insektensprays bekämpfen.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung arbeitet zusammen mit dem Friedrich-Löffler-Institut an einem Mückenatlas. Hier können Stechmücken zur Bestimmung der Art eingesendet werden.

Es gibt auch schon Versuche mit sterilisierten Tigermückenmännchen. Diese werden im Labor gezüchtet und dann ins Freiland entlassen. In Heidelberg macht man das beispielsweise schon seit dem letzten Jahr. Die sterilisierten Tiere können sich mit einem Weibchen paaren, die Eier aber nicht befruchten. Diese Methode macht allerdings nur dann Sinn, wenn schon viele Tigermücken-Weibchen unterwegs sind.

Online: Sola Hülsewig