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Vorsicht beim Putzen Mäusekot überträgt Hanta-Virus

In Baden-Württemberg ist das Hanta-Virus extrem aktiv. Bereits jetzt sind mehr Infektionen mit dem Virus registriert als im ganzen letzten Jahr. Ansteckung beim Putzen lässt sich vermeiden.

Collage: Rötelmaus und Hantaviren unter dem Mikroskop

Rötelmäuse übertragen den Hanta-Virus

Baden-Württemberg ist das Bundesland mit den meisten Hanta-Virus-Infektionen. 80 Prozent der bisher bundesweit gemeldeten Fälle kommen aus dem Südwesten. Seit Jahresbeginn wurden dem Landesgesundheitsamt 108 Erkrankungen mit dem Hanta-Virus gemeldet. Damit gibt es schon jetzt 24 Fälle mehr als im gesamten letzten Jahr. Experten rechnen für dieses Jahr mit bis zu 2.500 Erkrankungen - das wären fast doppelt so viele wie im letzten großen Hanta-Jahr 2012.

Gespräch mit Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung

Warum gibt es ausgerechnet in Baden-Württemberg diese starke Verbreitung des Hanta-Virus?

Die Erde auf dem Acker ist total durchlöchert von Mäusegängen.

Mäuselöcher: Ansteckungsgefahr in freier Natur

Den Baden-Württembergern steht das bislang wohl schwerste Hanta-Virus-Jahr bevor. Experten rechnen mit so vielen Infektionen wie nie zuvor. Offenbar fühlen sich die Rötelmäuse in Baden-Württemberg besonders wohl. Das sind die Wirtstiere des Virus. Sie leben am liebsten in Wäldern mit Buchen und Eichen, weil sie die Früchte dieser Bäume fressen.

Letztes Jahr haben die Buchen besonders viele Bucheckern getragen. Deshalb konnten sich die Nager hervorragend vermehren. Deshalb gibt es nach üppigen Buchenjahren auch immer einen Anstieg der Hanta-Virus-Infektionen. Baden-Württemberg bietet mit seinen Wäldern also einen idealen Lebensraum für die Mäuse. Und die hiesigen Mäuse tragen offenbar besonders häufig das Virus in sich.

Ist eine Population erst einmal durchseucht, dann hält sich das Virus dort. Deshalb kommt es auch zu diesen Fallzahlen. Es handelt sich immer wieder um die gleichen Landkreise. Insgesamt liegen bislang Meldungen aus mehr als 20 Landkreisen vor. Die meisten Erkrankungen wurden aus Reutlingen, Göppingen und Esslingen gemeldet.

Wie kann man sich anstecken?

Maus guckt durch das Gitter einer Mausefalle

Übertragungsgefahr durch Mäuse-Kot

Nicht nur Forstarbeiter im Wald stecken sich mit dem Virus an. Die Mäuse ziehen sich über Winter aus dem Wald gern in Garagen und Keller zurück. Auch dort kann man sich anstecken, wenn man mit Mäusekot verunreinigten Staub einatmet.

Wie schlimm ist eine Infektion mit dem Hanta-Virus?

Eine Infektion mit dem Hanta-Virus kann schwere grippeähnliche Symptome bedeuten, etwa tagelang hohes Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Nierenprobleme können auftreten. Das alles ist in der Regel gut behandelbar, indem man die Symptome lindert. Am häufigsten erkranken übrigens Männer. Kinder dagegen scheinen weniger anfällig zu reagieren. Bei ihnen kann eine Infektion sogar völlig unbemerkt verlaufen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Wie lässt sich die Ansteckung vermeiden?

Um sich möglichst gar nicht erst anzustecken, ist es sinnvoll, beim Aufräumen von Garagen oder Schuppen einen Mundschutz und Handschuhe zu tragen, sobald man Mäusekot findet. Dort sollte dann auch gut sauber gemacht werden - und zwar nass, damit es möglichst wenig staubt.

Online: Heidi Keller